Abgeschlossene Projekte
In den Jahren 2024 und 2025 abgeschlossene Projekte
Wertedialog mit Neuankömmlingen
Im Projekt „Wertedialog mit Neuankömmlingen“ haben wir mit Geflüchteten die Ideen und Werte diskutiert, die als konstitutiv für die europäische Kultur und Identität gelten. Das Projekt lief von 2025 bis Mai 2026, fand hauptsächlich im brandenburgischen Mittenwalde statt und wurde von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse und der Partnerschaft für Demokratie Dahme-Spreewald unterstützt. Zu den Themen gehörten unter anderem ethische, kulturelle und politische Vielfalt sowie Demokratie, Freiheit (der Religion, der Meinungsäußerung und der Vereinigung), individuelle Autonomie, Emanzipation, Toleranz, Identität, Rassismus, Geschlechtergleichheit und (Homo-)Sexualität. Besonderes Augenmerk wurde zudem auf das Ehrenamt gelegt: Was ist darunter zu verstehen? Warum fördert diese Form der Tätigkeit die Integration in die deutsche Gesellschaft? Und wie kann man sich konkret engagieren?
Kochen und Gärtnern mit geflüchteten Kindern
Von Februar bis November 2025 führten wir ein Projekt in einem Flüchtlingsheim in Brandenburg durch, das von der IKEA Stiftung unterstützt wurde. Diese Initiative richtete sich an Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren und bot ihnen praktische Erfahrungen in den Bereichen Kochen, Gartenarbeit und nachhaltiges Leben.
In regelmäßigen Sitzungen lernten die Kinder, einfache und nahrhafte Mahlzeiten zuzubereiten, und entwickelten ein Verständnis für gesunde Ernährung. Außerdem bauten und bepflanzten sie Hochbeete mit Kräutern und Gemüse und erhielten so einen Einblick in die nachhaltige Lebensmittelproduktion. Kreativ-Workshops und Ausflüge, z. B. zu einem örtlichen Bauernhof und in den Wald, ergänzten das Programm und boten interessante Lernerfahrungen.
Über die praktischen Kompetenzen hinaus förderte das Projekt das Gemeinschaftsgefühl im Flüchtlingsheim, indem es Teamarbeit und gemeinsame Erfahrungen förderte. Im Laufe des Jahres haben die Kinder neue Fähigkeiten erlernt, Kontakte angeknüpft und ein größeres Bewusstsein für Ernährung und Nachhaltigkeit entwickelt. Für einen Bericht über das Projekt klicken Sie bitte hier.
Miteinander reden: Social Science Works organisiert wieder Bürgerdialoge
Um die Demokratie zu stärken, brauchen wir eine neue Gesprächskultur. Wir schaffen dazu öffentlichen Räume, in dem sich Bürgerinnen und Bürger regelmäßig treffen können, um nach einem Impuls bei Kaffee und Kuchen gemeinsam über gesellschaftliche Themen auszutauschen und sich dabei besser kennen zu lernen. Ein Jahr lang organisieren wir monatlich an drei Standorten etwa zweistündige Treffen.
In unserer Gesellschaft gibt es nicht mehr genügend Plattformen, auf denen Bürgerinnen sich treffen können, um über gesellschaftliche Themen zu diskutieren. Als Folge dessen ist die demokratische Praxis eingeschränkt: wir haben zu wenig Möglichkeiten, Informationen und Ansichten auszutauschen, und können folglich keine informierten Präferenzen entwickeln, die für eine Demokratie aber unabdinglich sind. Wir lernen immer weniger mit Komplexität sowie mit gegensätzlichen Standpunkten umzugehen.
Darüber hinaus tut sich ein Graben auf zwischen Wissensträger und Bürger. Akademiker zum Beispiel verstecken sich in Elfenbeintürmen und die Bürger in den Blasen ihrer Facebook- und Instagram-Streams. Um die Verbindung zwischen Wissensträger – Vertreter von Unternehmen, Universitäten, Forschungsinstituten, der Zivilgesellschaft, bestimmten Berufsgruppen, der Presse, Politik und Verwaltung – und Bürger wiederherzustellen und den Wettbewerb um fundierte Ideen zu stärken, brauchen wir wieder Plattformen, auf denen Wissensträger ihr Wissen teilen und Menschen dazu einladen, sich über dieses Wissen untereinander auszutauschen.
Die Teilnehmenden werden gefragt, über welche Themen sie sprechen möchten. Neben lokale Themen sind allgemeine Themen möglich wie Einsamkeit, Klimawandel, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Migration und Integration, alternative Energien, Algorithmen sozialer Medien, politische Radikalisierung, soziale Ungleichheit usw. Die Themen werden von uns so aufbereitet, dass sie leicht verständlich sind und so, dass jede(r) mitdiskutieren kann.
Mehr Info finden sie hier.
Migrationspolitik auf der Flucht: Erfahrungen von Neuankömmlingen mit Untätigkeit, Trägheit und Gleichgültigkeit
In den letzten Jahren haben wir umfangreiche Untersuchungen über die Lebensbedingungen und Perspektiven von Flüchtlingen durchgeführt. In diesem Zusammenhang haben u.a. Laila Keeling, Anjali Zyla, Sahba Salehi, Nadia Lejaille, Genevieve Soucek und Hans Blokland mit einer Vielzahl von Flüchtlingen gesprochen. Einige der relevanten Interviews wurden hier auf unserer Website veröffentlicht. Darüber hinaus wurden in einem brandenbürgischen Landkreis quantitative Daten erhoben und Sozialarbeiter, Freiwillige, Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Beamte und politische Entscheidungsträger befragt. All dieses Material wurde von Hans Blokland analysiert, und auf dieser Grundlage wurde eine große Anzahl von politischen Empfehlungen formuliert. Das Endprodukt Migrationspolitik auf der Flucht ist am 1. November 2023 vom Transcript Verlag in Bielefeld veröffentlicht worden. Weitere Informationen zu diesem Buch und der zugrunde liegenden Studie finden Sie hier. Eine erweiterte, englische Ausgabe ist in Vorbereitung.
Aus dem Umschlagtext:
Migration und Integration sind untrennbar mit vielen grundlegenden sozialen und politischen Themen verbunden: Identität, Zugehörigkeit, Diskriminierung, Emanzipation, Vielfalt, Zusammenhalt, Solidarität, Verantwortung, soziale Ordnung und Sozialpolitik. Hans Blokland konzentriert sich auf die Wahrnehmungen und Erfahrungen von Flüchtlingen, Fachkräften, Ehrenamtlichen und politischen Entscheidungsträger*innen in einem Landkreis in Brandenburg und leitet daraus allgemeinere Erkenntnisse über Migration, Integration und die damit verbundenen Herausforderungen ab. Insgesamt zeichnet er ein eher beunruhigendes Bild, das die Krampfhaftigkeit und Ängstlichkeit der meisten westlichen Nationen im Umgang mit Migration widerspiegelt.
Gespräche mit Neuankömmlingen
Obwohl Neuankömmlinge regelmäßig seit Jahren unter uns leben, haben Bürger, Politiker und Entscheidungsträger oft wenig Ahnung von den persönlichen Hintergründen dieser Menschen. Dies führt nicht nur zu Einsamkeit, Missverständnissen und Anfeindungen. Es hat auch zur Folge, dass die Integration unnötig erschwert wird und dass die darauf ausgerichteten Maßnahmen weniger wirksam sind, als sie sein könnten. Um mehr Einblick in die Hintergründe zu erhalten, führen wir eine große Anzahl von Tiefeninterviews mit Neuankömmlingen. Wir stellen viele Fragen: Warum sind die Menschen gekommen, wie war ihr Leben vorher, welche Erwartungen haben sie, was wollen sie in Deutschland erreichen, welche Erfahrungen haben sie bisher gemacht, welche Probleme haben sie, welche Lösungen sehen sie dafür? Die Seite mit Interviews finden Sie hier. Im November 2023 hat der Transcript Verlag eine Sammlung dieser Interviews veröffentlicht (Migrationspolitik auf der Flucht). Das Buch enthält auch eine Analyse der Interviews, einen Überblick über die gemeinsamen Themen sowie politische Empfehlungen. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Migrationspolitik auf der Flucht. Seitdem haben wir weitere Interviews geführt und besuchen nun auch unsere ersten Interviewpartner: Was ist seit dem ersten Gespräch im Jahr 2022 geschehen?
Enttarnung und Dekonstruierung von Diskriminierung in ihrer ganzen Vielseitigkeit: Deliberative Schulungen für Ehrenamtliche.
Wie in den Vorjahren unterstützt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auch 2024 unsere zweitägigen Schulungen zu Diskriminierung und Rassismus. Die Veranstaltung möchte die Teilnehmenden ausführlich zu Rassismus und Diskriminierung sowie andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit informieren und über die sozialpsychologischen, historischen und
wissenssoziologischen Hintergründe aufklären. Ferner wollen wir Fähigkeiten und Gesprächsstrategien vermitteln, um damit im Berufsalltag, aber auch privat und in zivilgesellschaftlichen Bereich, besser umgehen zu können. Die Gesprächsstrategien sollen helfen, einen Perspektivenwechsel vorzunehmen, Mechanismen und inkonsistente Argumentationen offenzulegen, und Argumente an die Hand geben, um gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu entkräften. Weitere Informationen finden Sie hier.
Wertedialog mit Neuankömmlinge
Mit Unterstützung der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Westhavelland & Nauen führen wir im Jahr 2024 eine Vielzahl von Workshops mit Flüchtlingen im Flüchtlingsheim im brandenburgischen Nauen durch. Die Themen werden unter anderem ethische, kulturelle und politische Vielfalt sein, aber auch Demokratie, Freiheit (von Religion, Meinungsäußerung, Vereinigung), individuelle
Autonomie, Emanzipation, Toleranz, Identität, Diskriminierung, Rassismus, Geschlechtergleichheit, Homosexualität, sowie die gegenseitigen Ängste von Migrant*innen und deutschen Bürger*innen. Einen Überblick über unseren deliberativen Ansatz finden Sie hier. Ein Interview zum Projekt in 2021 finden Sie hier. Einen kurzen Endbericht für ein ähnliches Projekt in 2022 finden Sie hier. Den Flyer zum Projekt in deutscher Sprache finden Sie hier. Auf Arabisch: Lass uns Reden_Arabic. Auf Persisch: Lass und Reden_Farsi.
Stärkung von Flüchtlingskindern
Nachdem wir im Jahr 2022 mit Unterstützung des Deutschen Kinderhilfswerks ein Kinderprojekt erfolgreich durchgeführt haben, haben wir unsere Aktivitäten in diesem Bereich im Jahr 2023 deutlich erweitert. Das ursprüngliche Projekt in Rangsdorf wurde zunächst mit Unterstützung des Kinderhilfswerkes verlängert und dann mit Unterstützung der Gemeinde Rangsdorf fortgeführt. Berichte darüber finden Sie hier und hier. Darüber hinaus unterstützte die Deutsche Postcode Lotterie die Gründung von vier ähnlichen Gruppen in Teltow Stadt (2), Ludwigsfelde und Werder. Hinter dem Projekt steht der Gedanke, dass Flucht- und Traumaerfahrungen, Sprachdefizite, die Lebensbedingungen in Unterkünften und der Nichtbesuch von Kindertagesstätten zu deutlich geringeren Bildungschancen und Zukunftschancen von Flüchtlingskindern führen. Deshalb wurden mit Kindern aus Übergangsheimen Gruppen von jeweils 10 bis 15 Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren gebildet. Vier Monate lang werden sie wöchentlich 2-3 Stunden von zwei Sozialpädagogen betreut. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung von Selbstbestimmung, Selbstkontrolle und Sprachkompetenz, kreatives Spiel und das Kennenlernen der Außenwelt. Im Jahr 2024 setzen wir das Projekt in Rangsdorf und in Ludwigsfelde fort, jeweils mit Unterstützung der Kommune. Weitere Projekte sind in der Entwicklung. Mehr Infos finden Sie auf unserer Seite über Kinderprojekte.
Im Jahr 2023 abgeschlossene Projekte
Neue Wege für die Arbeit mit geflüchteten Menschen in Teltow-Fläming
Im Auftrag der Kreisverwaltung Teltow Fläming haben wir in 2022 und 2023 versucht durch eine stärkere Vernetzung der Akteure die Zusammenarbeit in der Flüchtlingsarbeit zu stärken. Einen ähnlichen Prozess durchliefen wir in 2021 bereits in der Gemeinde Rangsdorf in diesem Landkreis. Wir untersuchten zunächst die Situation der Geflüchteten, die dort derzeit in Übergangsheimen leben (das Bericht finden Sie hier). Auf der Grundlage der Ergebnisse haben wir anschließend die Beteiligten regelmäßig zusammengebracht, um zu erörtern, wie die Situation verbessert werden kann. Teilnehmer an den Gesprächen waren die beteiligten Heimleiter, Sozialarbeiter, Ehrenamtliche, politische Entscheidungsträger aus Kommunen, Kreisverwaltung und Brandenburg, Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen, der Arbeitsagentur, der Ausländerbehörden und Vertreter der Flüchtlinge. Mit diesem Austausch wurde versucht, die gewünschte Koordinierung und Zusammenarbeit zu fördern. In den Gesprächen behandelten wir nacheinander verschiedene Themen: Wohnen, Arbeit, Deutschkenntnisse, Bildung und Berufsausbildung, Kinder und Kindertagesstätten, Gesundheit und psychosoziale Probleme sowie Beratung und Motivation. Die Zukunftskonferenz war ziemlich erfolgreich (Einen Überblick finden Sie hier), weshalb die Kreisverwaltung das Verfahren mit interessierten Gemeinden in ganz Teltow-Fläming umsetzen möchte. Das Projekt in Teltow-Fläming inspirierte die Publikation Migrationspolitik auf der Flucht (Bielefeld: Transcript. November 2023). Informationen über dieses Buch und die Forschung, die ihm zugrunde liegt, finden Sie hier.
Universität für Gleichberechtigung
2023 hat Social Science Works sich mit dem Instytut Przeciwdziałania Wykluczeniom (Institut zur Bekämpfung von Ausgrenzungen) in Toruń, Polen, und dem Social Hub in Sofia, Bulgarien, zusammengeschlossen. Gemeinsam führten wir das Projekt “Equality University” durch, das durch das Erasmus+-Programm der Europäischen Union ermöglicht wurde. Ziel war der Aufbau einer strategischen Partnerschaft mit Nichtregierungsorganisationen aus Polen, Bulgarien und Deutschland durch den Austausch von bewährten Verfahren und Erfahrungen im Bereich der Bekämpfung der Ausgrenzung von nicht heteronormativen und geflüchteten Menschen. Der Höhepunkt des Projekts war die Organisation einer internationalen Jugendbegegnung in Polen im Jahr 2023. Ein Bericht finden Sie hier.
European Union Erasmus+: Building Inclusive Societies
Social Science Works hat an dem Erasmus+ KA2 Projekt “Building Inclusive Societies” (2020-3-PT02-KA205-007427) teilgenommen. Projektträger war Agora Aveiro, mit Sitz in Portugal und spezialisiert auf Bürger-Empowerment. Weitere Partner waren Psychosocial Innovation Network (PIN) aus Serbien und Mentor aus Kroatien. PIN ist spezialisiert auf psychologische Interventionen und Beratung, sowie auf Forschung und Advocacy. Die NGO Mentor ist im Bildungsbereich tätig.
Das allgemeine Ziel dieser strategischen Partnerschaft war der Austausch von Good Practices, um die soziale Integration von Migranten und Flüchtlingen in den Aufnahmeländern zu verbessern. Ziele waren der Kapazitätsaufbau der Partner, der Austausch von theoretischem und praktischem Wissen und die Sensibilisierung der lokalen Gemeinschaften für die Schwierigkeiten und Herausforderungen, denen Neuankömmlinge gegenüberstehen.
Das Projekt hat über fast zwei Jahre gelaufen und hat auch viele junge Menschen einbezogen, die im Bereich Migration und Integration aktiv sind. Ein Bericht finden Sie hier.
Weiterbildung zu Diskriminierung und Rassismus
In Deutschland werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder anderer Eigenschaften ausgegrenzt, bedroht oder angegriffen. Dies reicht von Alltagsdiskriminierung über Hassreden im Internet bin hin zu gewalttätigen Übergriffen und Mord.
Nicht nur Schulen sind betroffen. Auch öffentliche Stellen wie Jobcenter, Sozialamt, Einwohnermeldeamt und Zivilgesellschaftliche Organisationen sind mit GMF konfrontiert. Mitarbeitende und Ehrenamtlichen müssen in die Lage versetzt werden, adäquat darauf reagieren zu können und auch eventuelle eigene unbewusste Mechanismen zu hinterfragen.
Was aber sind genau die Mechanismen, die hinter solchen Verhaltensweisen und Denkmustern stecken? Wie entstehen Vorurteile? Wie erkennen wir Diskriminierung? Was können wir aus historischen Beispielen und ihrer Aufarbeitung lernen?
Das BAMF hat in 2023 erneut unsere zweitätigen Schulungen zu Diskriminierung und Rassismus unterstützt. Diesmal haben wir die Schulungen in Magdeburg, Berlin und Potsdam durchgeführt. Die Veranstaltung möchte PädagogInnen, Mitarbeitende in Institutionen und Organisationen und Ehrenamtlichen in Zivilgesellschaftliche Organisationen ausführlich zu Rassismus und Diskriminierung sowie andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit informieren und über die sozialpsychologischen, historischen und wissenssoziologischen Hintergründe aufklären. Ferner wollen wir Fähigkeiten und Gesprächsstrategien vermitteln, um damit im Berufsalltag, aber auch privat und in zivilgesellschaftlichen Bereich, besser umgehen zu können. Die Gesprächsstrategien sollen helfen, einen Perspektivenwechsel vorzunehmen, Mechanismen und inkonsistente Argumentationen offenzulegen, und Argumente an die Hand geben, um gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu entkräften. Dies soll langfristig präventiv und deradikalisierend wirken.
Neuankömmlinge reflektieren über Werte und aktuelle Ereignisse.
Mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes und der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Teltow-Fläming führten wir im Jahr 2023 sechzehn Workshops mit Flüchtlingen und Einheimischen im Flüchtlingsheim im brandenburgischen Wünsdorf durch. Die Themen waren unter anderem ethische, kulturelle und politische Vielfalt, aber auch Demokratie, Freiheit (von Religion, Meinungsäußerung, Vereinigung), individuelle Autonomie, Emanzipation, Toleranz, Identität, Diskriminierung, Rassismus,
Geschlechtergleichheit, Homosexualität, sowie die gegenseitigen Ängste von Migrant*innen und deutschen Bürger*innen. Darüber hinaus haben wir aktuelle sozialen und politischen Themen diskutiert, die während des Zeitraums der Workshops auf der öffentlichen Agenda standen. Diese Gespräche orientierten sich an den oben genannten Themen. Einen Überblick über unseren deliberativen Ansatz finden Sie hier. Ein Interview zum Projekt in 2021 finden Sie hier. Einen kurzen Endbericht finden Sie hier.
Im Jahr 2022 abgeschlossene Projekte
Europa für alle. Bürgerinnen und Bürger deliberieren europäische Werte.
In diesem Projekt, das vom Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten ermöglicht wird, diskutieren Bürgerinnen und Bürger über Europa. Wir zielen darauf ab, unter unseren Teilnehmenden ein tieferes Verständnis für die Grundlagen der demokratischen Beteiligung und die Werte der Europäischen Union zu fördern und einen Dialog zwischen ihnen und Entscheidungsträgern zu fördern. Stattfinden sollen acht zweistündige deliberative Workshops mit verschiedenen Zielgruppen, um über die Europäische Union zu diskutieren, ein weiteres Treffen mit gewählten Vertreter*innen aus den acht Workshops sowie einen weiteren deliberativen Workshop mit EU-Parlamentariern und diesen Vertreter*innen, um die erarbeiteten Anregungen, Fragen und Ideen zu artikulieren und zu diskutieren.
Das übergreifende Ziel unseres Projekts ist es, dem Mangel an Diskussion und Einsicht in Bezug auf die Europäische Union entgegenzuwirken und gleichzeitig einen Raum zu schaffen, in dem sich Menschen Gehör verschaffen und mit Entscheidungsträgern
zusammenarbeiten können. Das Hauptziel des Projekts ist es, Menschen aus Berlin und Brandenburg zum Nachdenken über die Europäische Union, die Demokratie und ihre Rolle und Verantwortung als Bürger*innen anzuregen und die politische Beteiligung durch den deliberativen Austausch mit Anderen sowie EU-Entscheidungsträgern zu fördern. Natürlich ist die politische und demokratische Bildung von Menschen aus Berlin und Brandenburg nicht nur für diese von Vorteil, sondern würde auch den EU-Parlamentariern und anderen Entscheidungsträger*innen einen wertvollen Einblick in die Hoffnungen, Sorgen und Ideen der Menschen in Bezug auf Demokratie und die Europäische Union geben.
Immer weiter Reden: Wertedialog mit geflüchtete Menschen
Mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes und der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Teltow-Fläming führen wir im Jahr 2022 eine Vielzahl von Workshops mit Flüchtlingen im Flüchtlingsheim im brandenburgischen Wünsdorf durch. Wir werden Themen wie Demokratie, Freiheit, Emanzipation, Pluralismus, Zivilgesellschaft, Identität, Diskriminierung, Rassismus, Gleichstellung der Geschlechter, Homosexualität und Selbstverantwortung diskutieren. Einen Überblick über unseren deliberativen Ansatz finden Sie hier. Ein Interview zum Projekt in 2021 finden Sie hier. Einen kurzen Endbericht finden Sie hier.
Weiterbildung zu Diskriminierung und Rassismus
In Deutschland werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder anderer Eigenschaften ausgegrenzt, bedroht oder angegriffen. Dies reicht von Alltagsdiskriminierung über Hassreden im Internet bin hin zu gewalttätigen Übergriffen und Mord.
Nicht nur Schulen sind betroffen. Auch öffentliche Stellen wie Jobcenter, Sozialamt, Einwohnermeldeamt und Zivilgesellschaftliche Organisationen sind mit GMF konfrontiert. Mitarbeitende und Ehrenamtlichen müssen in die Lage versetzt werden, adäquat darauf reagieren zu können und auch eventuelle eigene unbewusste Mechanismen zu hinterfragen.
Was aber sind genau die Mechanismen, die hinter solchen Verhaltensweisen und Denkmustern stecken? Was ist der Unterschied zwischen Diskriminierung und Rassismus? Wie entstehen Vorurteile? Wie erkennen wir Diskriminierung? Was können wir aus historischen Beispielen und ihrer Aufarbeitung lernen?
Das BAMF unterstützt erneut unsere dreitätigen Schulungen zu Diskriminierung und Rassismus. Diese Veranstaltung möchte PädagogInnen, Mitarbeitende in Institutionen und Organisationen und Ehrenamtlichen in Zivilgesellschaftliche Organisationen ausführlich zu Rassismus und Diskriminierung sowie andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit informieren und über die sozialpsychologischen, historischen und wissenssoziologischen Hintergründe aufklären. Ferner wollen wir Fähigkeiten und Gesprächsstrategien vermitteln, um damit im Berufsalltag, aber auch privat und in zivilgesellschaftlichen Bereich, besser umgehen zu können. Die Gesprächsstrategien sollen helfen, einen Perspektivenwechsel vorzunehmen, Mechanismen und inkonsistente Argumentationen offenzulegen, und Argumente an die Hand geben, um gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu entkräften. Dies soll langfristig präventiv und deradikalisierend wirken.
Im Jahr 2021 abgeschlossene Projekte
Deliberation durch Jugendliche: Politisches Engagement fördern. Medienkompetenz im WEB 2.0 stärken.
Trotz einer nach wie vor hohen Zustimmung zum demokratischen Modell gibt es immer mehr junge Menschen, die mit diesem Modell unzufrieden sind. Aufgrund ihres mangelnden Vertrauens in demokratische Strukturen bringen sie diesem wenig Unterstützung entgegen und sind schwer politisch mobilisierbar. Diese Gruppe muss durch gezielte Bildungsmaßnahmen an Formen der politischen Partizipation herangeführt werden. Diese Bildungsmaßnahmen sollten auf die Lebenswelten der betreffenden Jugendlichen abgestimmt sein: praxisorientierter, zeitgebundener, stärker auf ein konkretes Ereignis ausgerichtet, interaktiver und unter vermehrtem Einsatz sozialer Medien.
Das Ziel dieses Projekt, gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung, ist die Aktivierung, Motivation und das Empowerment von Jugendlichen für gemeinsames gesellschaftliches und politisches Engagement. Aufbauend auf unsere deliberativen Demokratie- und Integrationsprojekte der letzen Jahre möchten wir unseren deliberativen Ansatz erweitern und zusammen mit unseren Teilnehmer*innen deliberative Events organisieren, um gesellschaftliche Themen zu diskutieren.
Wir bilden vier Gruppen von 10 bis 15 Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren in ländlichen Regionen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Wir bieten den Teilnehmenden Schulung und Training an, um über die grundlegenden Werte nachzudenken, die unsere Gesellschaften zusammenhalten – Demokratie, Pluralismus, Freiheit, Bürgerschaft, Gleichheit, Respekt – und um zu erfahren, wie diese Werte erfolgreich weiter kommuniziert werden können. Zusätzlich bieten wir ihnen Ausbildung in Funktionen und Arbeitsweisen ziviler Organisationen und ziviler Aktivitäten. Hierzu gehört auch, wie soziale Medien für zivilgesellschaftliche Aktivitäten genutzt werden können.
Im Anschluss an dieses Training setzten sich die Gruppen über 6 Monate hinweg mit einem Thema ihrer Wahl inhaltlich auseinander. Im Anschluss an die 6 Monate folgt eine deliberative Veranstaltung zum Thema, die von der Gruppe selbstständig organisiert wird.
Mehr Informationen über dieses Projekt gibt es hier. Einen Abschlussbericht finden Sie hier.
Zusammenarbeit mit der Grace Hopper Gesamtschule in Teltow.
Ein Jahr lang werden wir monatlich zwei Mal nach Teltow reisen, um mit Jugendlichen der Grace Hopper Gesamtschule Wissen zu der grundlegenden Werter unserer Gesellschaft zu erarbeiteten. Wir werden über grundlegende Werte und Ideen sprechen, die unsere Gesellschaften und Gemeinschaften zusammenhalten, sowie über alle Arten von Diskriminierung, einschließlich Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie. Wir werden auch einen ” Deliberationstag des dunklen Tourismus” in Berlin abhalten und fünf Gedenkstätten besuchen, darunter die Gedenkstätte für die ermordeten Juden Europas, die Gedenkstätte für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen und die Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen “Euthanasie”-Morde. Ermöglicht wird das Projekt durch den Internationalen Bund (IB), Region Brandenburg Nordwest. Informationen zu einem vergleichbaren Projekt in Hamburg finden Sie hier.
Weiter Reden: Wertedialog mit Neuankömmlingen
Mit Unterstützung der Gemeinde Rangsdorf führen wir im Jahr 2021 eine Vielzahl von Workshops mit Flüchtlingen durch, die schon längere Zeit in den beiden Flüchtlingsheimen in dieser Stadt südlich von Berlin leben. Wir werden Themen wie Demokratie, Freiheit, Emanzipation, Pluralismus, Zivilgesellschaft, Identität, Diskriminierung, Rassismus, Gleichstellung der Geschlechter, Homosexualität und Selbstverantwortung diskutieren. Einen Überblick über unseren deliberativen Ansatz finden Sie hier. Mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes und der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Teltow-Fläming hatten wir in 2020 ein ähnliches Projekt im Flüchtlingsheim im brandenburgischen Wünsdorf durchgeführt. Hier arbeiten wir zusammen mit Flüchtlingen, die kürzlich in Deutschland angekommen sind. Beide Organisationen haben es möglich gemacht, dieses Projekt im Jahr 2021 fortzusetzen. Ein Interview zum Projekt finden Sie hier. Einen kurzen Endbericht finden Sie hier.
Zwischen 2016 und 2020 durchgeführte Projekte
Weiterbildung für Multiplikatoren
In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern haben wir 2019 erneut eine große Anzahl von deliberativen Workshops für Freiwillige und Sozialarbeiter veranstaltet, die an Demokratisierung, Deradikalisierung, Antidiskriminierung und Integration beteiligt sind. In diesem Jahr kooperierten wir unter anderem mit der Arbeit und Leben (Hamburg), dem Haus am Maiberg (Politische und Soziale Bildung – Hessen), der Flüchtlingshilfe Babelsberg (Brandenburg), dem Landesjugendring (Brandenburg) und der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz (Rheinland-Pfalz). Den Flyer mit weiteren Informationen finden Sie hier: 20190123 Flyer Weiterbildung. Für das aktuelle Angebot an Weiterbildungen besuchen Sie bitte diese Seite.
Adoption einer Schule in Hamburg
Social Science Works hat im Jahr 2019 eine Schule in Hamburg adoptiert. Statt einmal drei Tage, wie zuvor, waren wir fast ein halbes Jahr lang in der Schule präsent und interagierten etwa zwei Tage pro Monat mit zwei Gruppen von Jugendlichen unterschiedlichen Alters. Wir sprachen über grundlegende Werte und Ideen, die unsere Gesellschaften und Gemeinschaften zusammenhalten, und über alle Arten von Diskriminierung, einschließlich Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie.
Begleitet wurden die Workshops von “Dark Tourism Deliberation Days” in Berlin. Gemeinsam mit unserem Kollegen und Spezialisten Asaf Leshem besuchten wir fünf Gedenkstätten: das Denkmal für die ermordeten Reichstagsabgeordneten; das Denkmal für die Opfer der Sinti und Roma des Nationalsozialismus; das Denkmal für die ermordeten Juden Europas; das Denkmal für Homosexuelle, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden; und die Gedenk- und Informationsstelle für die Opfer nationalsozialistischer „Euthanasie“ -Morde (die sogenannte Aktion T4).
Der Besuch der Gedenkstätten wurde durch die Diskussionen in den Workshops vorbereitet und an den konkreten Orten vertieft und anschaulich fortgesetzt. Wir möchten gemeinsam mit den Jugendlichen danach fragen, wie es zu solchen Verfolgungen kommen konnte. Kann so etwas wieder passieren? Was bedeuten die damaligen Geschehnisse für die Schüler heute? Warum wurden die Gedenkstätten gebaut? Für wen wurden sie gebaut? Warum gedenken wir? Warum gedenken wir über Gedenkstätten?
Das Projekt wurde von IN VIA Hamburg (www.invia-hamburg.de) und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermöglicht. Wir haben die Effekte des Projektes durch Umfragen und Interviews bewertet. Ein ausführliches Bericht gibt es hier.
Empowerment von Frauen mit Fluchthintergrund durch Deliberation und Theater
2020 hat Social Science Works eine Reihe von 12 Workshops von Frauen für Frauen in einer Potsdamer Gemeinschaftsunterkunft durchgeführt. Das innovative dieses Workshops ist die Verschränkung deliberativer Gesprächsführung mit Ansätzen der Theaterpädagogik. Wir wiederholen das Projekt in 2021 in Rangsdorf und möglicherweise auch in Potsdam. Siehe das Übersicht von läufenden Projekte für mehr Informationen.
Umgang mit Vorurteilen und Diskriminierung
In Deutschland werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder anderer Eigenschaften ausgegrenzt, bedroht oder angegriffen.
Besonders im schulischen Bereich sind antisemitische und rassistische Anfeindungen problematisch, da die Schule gesamtgesellschaftliche Phänomene abbildet und bildet. Aber auch in Unternehmen, öffentlichen Stellen wie Jobcenter oder Stadtverwaltung oder im Ehrenamt sind wir mit Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit konfrontiert.
Was aber sind die Mechanismen, die hinter Diskriminierung stecken? Was ist der Unterschied zwischen Diskriminierung und Rassismus? Wie entstehen Vorurteile? Was können wir aus historischen Beispielen und ihrer Aufarbeitung lernen?
Wie können wir eindeutig klar machen, dass in unseren Klassenzimmern, Büros, öffentlichen Einrichtungen kein Raum ist für Rassismus und andere Arten gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit?
In unserem Workshop informieren wir zu Rassismus und Diskriminierung sowie anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Wir wollen Gesprächsstrategien vermitteln und Argumente an die Hand geben, um darauf im Berufsalltag, aber auch privat, adäquat reagieren zu können. Dafür diskutieren wir die Themen vor dem Hintergrund fundamentaler Werte wie Freiheit und Demokratie und fragen uns gemeinsam, was es heißt in einer pluralistischen Gesellschaft zu leben.
Die Veranstaltung wird finanziert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Teilnahme ist kostenlos. Die Workshops finden statt in Potsdam (23 bis 27 November) und in Haldensleben (7 bis 9 Dezember). Der Flyer für Potsdam ist hier: Flyer Rassismus Brb-1, und für Haldensleben (Sachsen-Anhalt) hier: Flyer Rassismus SA.
Freiheit, Autonomie, Emanzipation für Alle: Gesprächsrunden zur Emanzipation der Geschlechter in Deutschland
Gehälter, Aufstiegschancen, Bildung, politische Partizipation oder gleichberechtigte Aufteilung von Hausarbeit und Kinderbetreuung: Die Kluft zwischen Männern und Frauen ist in Deutschland nach wie vor groß. Frauen verdienen weniger, leiden stärker unter ihren dreifachen Pflichten in Familie, Pflege und Beruf, sind stärker von Altersarmut betroffen und in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft unterrepräsentiert. Zugleich stehen Männer unter dem Druck, allein für das Familieneinkommen einzustehen. Das Bestreben der Männer, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, scheitert oft an einer vaterfeindlichen Unternehmenskultur oder an der Rechtspraxis in Scheidungs- und Familienangelegenheiten, die die Mutter immer noch als die Hauptverantwortliche für die Kinder wahrnimmt.
Bundesweit organisieren wir Workshops, um mit Bürgerinnen und Bürgern aller gesellschaftlichen Milieus über die Gleichstellung der Geschlechter zu reflektieren. Wir laden unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, über gleiche Beschäftigungschancen, gleiche Aufteilung der Hausarbeit und neue flexible Arbeitszeitmodelle zu sprechen. Wir fragen u.a. nach den möglichen Unterschieden zwischen den beiden Hauptgeschlechtern, nach den persönlichen, sozialen, politischen und ökonomischen Kosten der Ungleichheit der Geschlechter, aber auch danach, was Emanzipation für die gesamte Gesellschaft bedeutet, was wir tun können, um die Gleichstellung zu fördern und welche Unterstützung wir vom Staat erwarten.
Wir präsentieren unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern aktuelle Informationen über Gender in Deutschland und anderen Ländern. In guter deliberativer Weise befragen wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl zu Beginn als auch am Ende der Gespräche zu ihren Ideen und Ansichten. Auf diese Weise können wir einen Eindruck davon gewinnen, welche Überzeugungen in der deutschen Bevölkerung vorhanden sind und ob sich diese Überzeugungen unter dem Einfluss von Information und Diskussion ändern. Die zweite Umfrage würde uns einen Hinweis darauf geben, welche Präferenzen die deutsche Bevölkerung gehabt hätte, wenn sie zuerst eine informierte Diskussion zum Thema Gleichstellung der Geschlechter geführt hätte.
Die meisten Gesetze, die für die Gleichstellung der Geschlechter erforderlich sind, sind in Deutschland installiert, aber Frauen und Männer werden nach wie vor ungleich behandelt. Es ist also offensichtlich, dass das Problembewusstsein und die Kosten der Nichtanerkennung des Problems gering sind. Daher ist es für das Projekt von zentraler Bedeutung herauszufinden, wie das Thema der Geschlechtergleichstellung erfolgreich mit der deutschen Bevölkerung kommuniziert werden kann.
Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier. Einen Artikel über unsere bisherigen Erfahrungen mit Deliberationen zu diesem Thema finden Sie hier. Für unser Weiterbildungsangebot zur Gleichstellung der Geschlechter klicken Sie hier. Ein Artikel über unsere enttäuschenden, aber auch aufschlussreichen Erfahrungen seit Herbst 2019 mit diesem Projekt wird demnächst veröffentlicht.
Fortbildung zu Deliberation, Demokratie, Pluralismus und Diskriminierung
In den Jahren 2016, 2017 und 2018 haben wir insgesamt 24 Serien von deliberativen Workshops für zivilgesellschaftliche Ehrenamtliche und Sozialarbeiter, die in der Integrationsarbeit tätig sind, durchgeführt. Diese zwei- bis dreitägigen Fortbildungen wurden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ermöglicht: Wir begannen in Brandenburg und Berlin, waren aber bald in ganz Deutschland aktiv. In diesen Workshops veranschaulichten wir die Ideen und Methoden der Deliberation und erklärten, wie Themen wie Demokratie, Freiheit, Toleranz, Identität, Gleichberechtigung oder (Homo-)Sexualität deliberativ mit Bürgern aus anderen Kulturen diskutiert werden können. Ziel war es, die Unsicherheiten zu beseitigen, die viele europäische Bürger haben, wenn es darum geht, die Werte der Gesellschaft zu begründen und zu artikulieren. Diese Unklarheiten und Unsicherheiten führen bei Neuankömmlingen oft zu unklaren Eindrücken und behindern somit die Integration. Wir haben auch ausführlich über Identität, Diskriminierung und Rassismus diskutiert. Alle Arten von Diskriminierung stehen im Widerspruch zur Idee der Menschenrechte und den damit verbundenen Vorstellungen von Respekt und Toleranz. Das Konzept der Menschenrechte analysierten und begründeten wir über eine deliberative Auseinandersetzung mit den Begriffen Demokratie, Pluralismus, Freiheit und Autonomie. Die Erkenntnisse, die wir hier gemeinsam entwickelt haben, wurden dann über eine Diskussion der Gleichberechtigung der Geschlechter und der Homosexualität angewendet und vertieft.
Den Flyer mit weiteren Informationen finden Sie hier: Flyer Multiplikatorenschulungen Social Science Works 2018. Eine Infografik finden Sie hier. Und eine Übersicht des ganzes Projektes finden Sie hier: Übersicht Deliberation gegen Diskriminierung SSW 2018.
Deliberation in Brandenburg: Deutschland verstehen
In den Jahren 2016, 2017 und 2018 haben wir insgesamt 22 Workshop-Reihen mit jeweils sechs etwa zweistündigen Sitzungen durchgeführt, in denen wir mit verschiedenen Gruppen von Flüchtlingen und Einheimischen über die Ideen, Perspektiven und Werte diskutiert haben, die viele als konstitutiv für die europäische Kultur und Identität ansehen. Ermöglicht wurden die Jahresprojekte durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg. Die Themen der Workshops waren u.a.: ethischer, kultureller und politischer Pluralismus, Humanismus, Demokratie, Religionsfreiheit, Gender, Gleichberechtigung, (Homo-)Sexualität, Ängste von Migranten, und Ängste gegenüber Migranten in der deutschen Bevölkerung. Für mehr Informationen über das Projekt, klicken Sie hier.
Deliberation mit Muslimen und Ihren Mitbürgern
Mit Unterstützung der Stadt Potsdam haben wir in 2019 zehn deliberativen Workshops von jeweils rund drei Stunden mit muslimischen und nicht-muslimischen Potsdamer Bürgern organisiert und vermittelt. Wir trafen uns zweimal im Monat und diskutieren gemeinsam Themen wie Freiheit (der Meinungsäußerung, Religion und Vereinigung), Autonomie, Emanzipation, Pluralismus, Demokratie, Identität, Diskriminierung, Respekt, Geschlechtergleichheit, unsere gegenseitigen Ängste und wie wir mögliche Radikalisierungen auf beiden Seiten vorbeugen und bekämpfen können. Den deutschsprachigen Flyer finden Sie hier. Den arabischsprachigen Flyer hier. Die Postdamer Neueste Nachrichten berichtete hier über das Projekt. Ein Endbericht über das Projekt finden Sie hier, und ein Aufsatz über das Vorbiegen von Radikalisierung, hier.
Weiter Reden in Wünsdorf
Mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes und der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Teltow-Fläming haben wir unsere Deliberationen im Flüchtlingsheim im brandenburgischen Wünsdorf fortgesetzt. In 2020 und 2019 haben wir das Heim zehnmal pro Jahr besucht und Themen wie Demokratie, Freiheit, Pluralismus, Zivilgesellschaft, Identität, Diskriminierung, Rassismus, Gleichstellung der Geschlechter und Homosexualität diskutiert. Ein Interview zum Projekt finden Sie hier. Einen kurzen Endbericht finden Sie hier. Einen Überblick über unseren deliberativen Ansatz finden Sie hier.
Deliberation mit Geflüchteten
Wie in den Vorjahren haben wir auch 2019 Workshops mit Gruppen von Geflüchteten durchgeführt und über die grundlegenden Werte und Ideen diskutiert, die uns ein Zusammenleben in einer fairen Gesellschaft ermöglichen. Die insgesamt 28 Workshops zu je zwei bis drei Stunden, die wir in Brandenburg durchführten, waren vom Brandenburger Bildungsministerium ermöglicht worden. Wir besuchten drei verschiedene Flüchtlingsheime in Potsdam, eines in Wünsdorf und eines in Fürstenwalde. Die Teilnehmer waren gemischte Gruppen von Erwachsenen, sowie Gruppen von Jugendlichen, Kindern und Frauen. Für weitere Informationen über das Projekt und insbesondere einen Überblick über unseren deliberativen Ansatz klicken Sie hier. Für eine Beschreibung von Emma Eden über ihre Arbeit mit einer Gruppe muslimischer Frauen, klicken Sie hier.
Künstlerisches Integrations- und Mitmachprojekt
Hanau zeigt es bitter: Rassismus führt zum Verlust des Mitgefühls! Doch vor dem Rassismus stehen meist Ängste vor dem Unbekannten oder auch ein eigener Minderwertigkeitskomplex. Nichtwissen und Vorurteile verstärken dies. Einige Deutsche nehmen Ausländer als „dunkle Masse“ und Bedrohung wahr. Auch die MigrantInnen selber trauen sich teilweise nicht, direkt Kontakt zu Deutschen aufzunehmen. Sprachbarrieren und andere gefühlte und erlebte Ablehnungen hemmen sie. Ängste können jedoch nur durch Wissen und gegenseitiges Kennenlernen beseitigt werden. Hier kommt die Kunst ins Spiel! Kunst gibt keine Antworten, sondern öffnet Wege und Möglichkeiten. Wir zeigen uns über Kunst.
Deshalb unterstützt das Land Brandenburg seit Februar bis Ende des Jahres 2020 das Projekt „Meine Gedanken und mein Gesicht erzählen vom Frieden! Schaffung von Erzähl-Galerien von und mit MigrantInnen und SchülerInnen“ im Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum (RZ) und darüber hinaus.
Was ist eine Erzähl-Galerie? Der Name „Erzähl-Galerie“ leitet sich vom „Erzähl-Café“ im RZ ab, denn die Protagonisten sind zum großen Teil BesucherInnen des Cafés der Flüchtlingshilfe Babelsberg.
Im großen Raum des KunstOrbits des RZs werden vom 02.07.-26.07.2020 handgemalte Portraits, sog. „Friedensgesichter“ von den TeilnehmerInnen zu sehen sein, gemalt durch die Künstlerin Katrin Seifert. Der Malprozess selber ist sehr interaktiv. Die TeilnehmerInnen erzählen von Erlebnissen und verschönern letztendlich ihr Bild durch einen selbstbemalten Bilderrahmen. Gemalt werden bedeutet (an-)gesehen werden. Ich erhalte eine besondere Aufmerksamkeit und Wertschätzung.
Jedes Portrait wird durch eine von den MigrantInnen selbstgeschriebene Geschichte ergänzt. Dabei geht es um Befindlichkeiten im Hier und Jetzt, das Leben in Brandenburg und im Frieden, kurz „Friedensgeschichten“. Dieses Geschichtenschreiben wird durch den angehenden Iranisten Alexander Deutsch in 10 Workshops unterstützt.
Die zwei kleineren Räume werden durch die TeilnehmerInnen mittels Körperbildern, die miteinander zu Wandbildern interagieren, gestaltet. Dazu verhilft ein Körperbilder-Workshop, der an den Wochenenden davor durchgeführt wird.
Das Ganze wird dann durch die Medienexpertin Andrea Werner dokumentiert, auf Leinwände gebracht und transportfähig gemacht. Mit diesen ca. 15 großen Leinwänden gehen wir in die Öffentlichkeit, so z.B. in die Landesbibliothek im März 2021.
Schon jetzt treten TeilenhmerInnen mit weiteren Anfragen an die Projektleiterin, Katrin Seifert, heran: Freunde, Bekannte, Familienmitglieder wollen ebenfalls mitmachen. Wir freuen uns über diese Resonanz, denn wir wollen zeigen, welche Schätze, Fähig- und Fertigkeiten unsere ausländischen MitbürgerInnen mitbringen. Ein Sich-zeigen/Öffnen gibt die Möglichkeit zu verstehen und aufeinander zuzugehen.
Bürgerdialoge
In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern organisieren und vermitteln wir zivile Dialoge: Bürger reden miteinander über die Werte und Ideen, die unsere Gesellschaften zusammenhalten. Bürger sprechen außerdem über ihre Frustrationen, Ängste, Hoffnungen und Ideale in Bezug auf ihre Gesellschaft. Ein Beispiel sind die Deliberationen, die wir im März 2019 in einer brandenburgischen Stadt hatten. In Zusammenarbeit mit ESTAruppin (Einsetzen statt Aussetzen) sprachen wir mit 30 Bürgern, die sich in unserer Gesellschaft nicht immer gut geschlagen haben und normalerweise nicht oft über Politik reden. Wir haben über Frauenrechte, Männlichkeit, Homosexualität und vor allem über die Europäische Union gesprochen: Was ist das und was haben wir davon? Wir hatten nur 8 Stunden, aber das war genug, um uns erneut zu zeigen, dass normale Menschen die Werte, die unsere Gesellschaften zusammenhalten, gemeinsam diskutieren können, obwohl sie oft noch nicht die Gelegenheit hatten, ihre Fähigkeiten in diesem Bereich voll zu entfalten. Einen Bericht über dieses Treffen finden Sie hier. Ein weiteres Beispiel war die Deliberation, die wir im Juli 2019 in Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt) hatten. Für einen Bericht klicken Sie hier.
Deliberation in Schulen
In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern organisierten wir in 2019 Workshops zur Deliberation in Schulen. Die Themen wurden zusammen mit Lehrern und Schülern je nach den Bedürfnissen und Interessen der beteiligten Personen ausgewählt. Populär waren Demokratie, Identität, Radikalisierung, Diskriminierung, Rassismus, Geschlechtergleichheit und Homosexualität. In 2019 kooperierten wir unter anderem mit einer Schule in Harburg (Hamburg) und Fürstenwalde (Brandenburg). Dieser Blog-Artikel vermittelt einen Eindruck von der Schule Fürstenwalde. Und dieser von der Schule in Harburg.
Deliberation gegen Populismus
In diesem Projekt haben wir zwei deliberative Events für sich im Internet menschen- und demokratiefeindlich äußernde deutsche Bürger*innen organisiert. Das konkrete Ziel dieses Projekts war es neue Wege der Rekrutierung und Kontaktierung zum finden, und mit Bürger*innen, die sich selbst als politikverdrossen bezeichnen, in Kontakt zu treten und die Probleme zu diskutieren, die diese Bürger*innen beschäftigen. Fokus des Projekts war auch die Erforschung von Sozialen Medien und Echokammern im Internet.
Eine Kurzfassung des Projektes sowie einen Ausführlichen Bericht gibt es hier. Ein Artikel in der englische Sprache über das Projekt gibt es hier.
Buddy Projekt
In den Jahren 2016 und 2017 organisierten wir ein “Buddy-Projekt” für jugendliche männliche Flüchtlinge aus hauptsächlich Afghanistan, Irak und Iran, die unbegleitet nach Deutschland gekommen waren. Die jungen Männer trafen sich regelmäßig mit “Buddys” (etwas ältere deutsche oder deutschsprachige Männer) für mehr als 6 Monate, um bessere Einblicke und Verständnis, Kontakte und implizites Wissen über die hiesige Gesellschaft zu gewinnen. Über die Schwierigkeit, deutsche männliche Freiwillige für dieses Projekt zu rekrutieren, lesen Sie hier. Die deutsche Zeitschrift Lotta hat hier über das Projekt berichtet. Und einen Artikel in der niederländischen Zeitung De Volkskrant über das Buddy-Projekt finden Sie hier.
Erasmus+ Unser Europa für Alle
“UNSER EUROPA FÜR ALLE – Jugendliche diskutieren Europa untereinander und mit EU-Parlamentariern” ist ein deliberatives Dialogprojekt mit zwanzig Schulen in Berlin und Brandenburg, das sich an den Leitthemen des 8. Zyklus des Erasmus+ Jugenddialogs orientiert: Raum für Demokratie und Partizipation. Ziel des Projekts ist es, die demokratische Partizipation junger Europäer*innen zu fördern, indem ihnen der Raum gegeben wird, über die Europäische Union und ihre Rechte und Verantwortungen als EU-Bürger*innen nachzudenken, die Ergebnisse dieses Austauschs zu reflektieren und ihre Erkenntnisse mit EU-Entscheidungsträger*innen zu diskutieren. In der ersten Phase des Projekts werden in zwanzig Schulen Workshops durchgeführt, an denen insgesamt 500 Schüler*innen im Alter von 15 bis 18 Jahren teilnehmen. Sie werden an deliberative Austausche über die Ideen, die dem europäischen Ideal und Projekt zugrunde liegen, teilnehmen und gemeinsam über ihre Rolle, Verantwortung, und Hoffnungen als EU-Bürger*innen nachdenken. Im Anschluss an diesen Austausch werden zwanzig gewählte Schülervertreter zusammenkommen, um einen Bericht über die Ergebnisse der Workshops zu erstellen. Dieser Bericht wird in einer mit EU-Abgeordneten organisierten deliberativen Konferenz dienen, in der die Schülervertreter die Ideen, Bedenken und Überlegungen ihrer Altersgenossen zur Europäischen Union mit Entscheidungsträger*innen diskutieren werden. Das Projekt wird lokale, regionale und europäische Auswirkungen haben: Jugendliche in Berlin und Brandenburg werden in die politische Partizipation einbezogen und werden sich untereinander und mit EU-Abgeordneten vernetzen und austauschen. Die EU-Abgeordneten erhalten einen Einblick in die Überlegungen und Sorgen der Jugendlichen über die Europäische Union. Im Anschluss an das Projekt wird ein Bericht über die Förderung der Bürgerbeteiligung junger Menschen verfasst, in dem erfolgreiche und effektive Praktiken zur Durchführung von Deliberationsworkshops mit Jugendlichen zusammengestellt werden. Dieser ist hier auf der Website von Social Science Works für alle zugänglich gemacht.
Zukunftswerkstatt Rangsdorf
Im Auftrag der Gemeinde Rangsdorf (Brandenburg) führt Social Science Works eine Studie unter den wichtigsten Akteuren der Flüchtlingshilfe in Rangsdorf durch. Die Fragen sind, wie alle Beteiligten die Zukunft sehen, was sie als Probleme wahrnehmen, die gelöst werden müssen, und wie dies realisiert werden kann. Beteiligt sind die ca. 150 in Rangsdorf lebenden Flüchtlinge, die politisch Verantwortlichen, die zuständigen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die direkt zuständigen Sozialarbeiter und verschiedene ehrenamtliche Organisationen. Ziel ist es, eine tragfähige Vereinbarung über eine Problemanalyse zu treffen und dann einen Aktionsplan zu erstellen: Wer macht was, wann und warum, und was sind die Verantwortlichkeiten? Der gesamte Prozess wird deliberativ gestaltet, wobei möglichst viele Beteiligte einbezogen werden und die Verantwortung für die Problemanalyse und die gewählte Lösungsstrategie übernehmen.
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Empowerment von Frauen mit Fluchthintergrund durch Deliberation und Theater
Social Science Works hat eine Workshopreihe von Frauen für Frauen in Postdamer und Rangsdorfer Gemeinschaftsunterkünfte gestartet. Das innovative dieses Workshops ist die Verschränkung deliberativer Gesprächsführung mit Ansätzen der Theaterpädagogik, um die innere Beweglichkeit zu fördern. Deliberation meint einen offenen Austausch von Meinungen, der darauf abzielt, eigene Ideen und Ansichten besser zu verstehen, diese in einen Kontext zu setzen und mit alternativen Perspektiven zu bereichern. Häufig stößt die alleinige kognitive Auseinandersetzung jedoch an Grenzen, insbesondere wenn Teilnehmende wenig Erfahrung mit solchen Gesprächsrunden haben. Ansätze aus dem Theater können hier helfen, die Themen und Fragestellungen zunächst affektiv erfahrbar zu machen und spielerisch zu kommunizieren, was sonst unausgesprochen geblieben wäre. Theaterspielen fördert die Konzentrationsfähigkeit, sowie die Sensibilisierung des eigenen Körpers und der Stimme. Dies wollen wir nutzen.
Unser Ziel ist es, den Frauen ihre Stärken bewusster zu machen und sie zum Nachdenken über ihre Rolle in unserer Gesellschaft anzuregen. Wir möchten die Frauen zur Selbstreflexion anregen; ihr Körpergefühl und damit ihre Selbstwahrnehmung stärken; sie über ihre Rechte und Gestaltungsmöglichkeiten in Deutschland informieren; gemeinsam mit ihnen Rollenmuster verstehen und reflektieren; gemeinsam Diskriminierungserfahrungen verarbeiten und über Werte wie Freiheit, Gleichberechtigung und Respekt sprechen.
Die Reihe startet zunächst mit 12 Terminen. Wichtig ist es uns dabei, dass die Begegnungen und Gespräche auf Augenhöhe und in einem geschützten Raum stattfinden. Wir wollen nicht von oben herab unterrichten, sondern sind überzeugt, dass auch wir viel lernen werden. Das gesellige Zusammenkommen nur unter Frauen soll eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen, in der tiefgreifendere Gespräche möglich sind. Entsprechend werden wir für eine gemütliche Atmosphäre, und Kaffee und leckeres Essen sorgen.
Neue Wege für die Arbeit mit geflüchteten Menschen in Teltow-Fläming
Im Auftrag der Kreisverwaltung Teltow Fläming haben wir in 2022 und 2023 versucht durch eine stärkere Vernetzung der Akteure die Zusammenarbeit in der Flüchtlingsarbeit zu stärken. Einen ähnlichen Prozess durchliefen wir in 2021 bereits in der Gemeinde Rangsdorf in diesem Landkreis. Wir untersuchten zunächst die Situation der Geflüchteten, die dort derzeit in Übergangsheimen leben (das Bericht finden Sie hier). Auf der Grundlage der Ergebnisse haben wir anschließend die Beteiligten regelmäßig zusammengebracht, um zu erörtern, wie die Situation verbessert werden kann. Teilnehmer an den Gesprächen waren die beteiligten Heimleiter, Sozialarbeiter, Ehrenamtliche, politische Entscheidungsträger aus Kommunen, Kreisverwaltung und Brandenburg, Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen, der Arbeitsagentur, der Ausländerbehörden und Vertreter der Flüchtlinge. Mit diesem Austausch wurde versucht, die gewünschte Koordinierung und Zusammenarbeit zu fördern. In den Gesprächen behandelten wir nacheinander verschiedene Themen: Wohnen, Arbeit, Deutschkenntnisse, Bildung und Berufsausbildung, Kinder und Kindertagesstätten, Gesundheit und psychosoziale Probleme sowie Beratung und Motivation. Die Zukunftskonferenz war ziemlich erfolgreich (Einen Überblick finden Sie hier), weshalb die Kreisverwaltung das Verfahren mit interessierten Gemeinden in ganz Teltow-Fläming umsetzen möchte. Das Projekt in Teltow-Fläming inspirierte die Publikation Migrationspolitik auf der Flucht (Bielefeld: Transcript. November 2023). Informationen über dieses Buch und die Forschung, die ihm zugrunde liegt, finden Sie hier.
Weiterbildung zu Diskriminierung und Rassismus
In Deutschland werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder anderer Eigenschaften ausgegrenzt, bedroht oder angegriffen. Dies reicht von Alltagsdiskriminierung über Hassreden im Internet bin hin zu gewalttätigen Übergriffen und Mord.
Nicht nur Schulen sind betroffen. Auch öffentliche Stellen wie Jobcenter, Sozialamt, Einwohnermeldeamt und Zivilgesellschaftliche Organisationen sind mit GMF konfrontiert. Mitarbeitende und Ehrenamtlichen müssen in die Lage versetzt werden, adäquat darauf reagieren zu können und auch eventuelle eigene unbewusste Mechanismen zu hinterfragen.
Was aber sind genau die Mechanismen, die hinter solchen Verhaltensweisen und Denkmustern stecken? Wie entstehen Vorurteile? Wie erkennen wir Diskriminierung? Was können wir aus historischen Beispielen und ihrer Aufarbeitung lernen?
Das BAMF hat in 2023 erneut unsere zweitätigen Schulungen zu Diskriminierung und Rassismus unterstützt. Diesmal haben wir die Schulungen in Magdeburg, Berlin und Potsdam durchgeführt. Die Veranstaltung möchte PädagogInnen, Mitarbeitende in Institutionen und Organisationen und Ehrenamtlichen in Zivilgesellschaftliche Organisationen ausführlich zu Rassismus und Diskriminierung sowie andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit informieren und über die sozialpsychologischen, historischen und wissenssoziologischen Hintergründe aufklären. Ferner wollen wir Fähigkeiten und Gesprächsstrategien vermitteln, um damit im Berufsalltag, aber auch privat und in zivilgesellschaftlichen Bereich, besser umgehen zu können. Die Gesprächsstrategien sollen helfen, einen Perspektivenwechsel vorzunehmen, Mechanismen und inkonsistente Argumentationen offenzulegen, und Argumente an die Hand geben, um gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu entkräften. Dies soll langfristig präventiv und deradikalisierend wirken.
European Union Erasmus+: Building Inclusive Societies
Social Science Works hat an dem Erasmus+ KA2 Projekt “Building Inclusive Societies” (2020-3-PT02-KA205-007427) teilgenommen. Projektträger war Agora Aveiro, mit Sitz in Portugal und spezialisiert auf Bürger-Empowerment. Weitere Partner waren Psychosocial Innovation Network (PIN) aus Serbien und Mentor aus Kroatien. PIN ist spezialisiert auf psychologische Interventionen und Beratung, sowie auf Forschung und Advocacy. Die NGO Mentor ist im Bildungsbereich tätig.
Das allgemeine Ziel dieser strategischen Partnerschaft war der Austausch von Good Practices, um die soziale Integration von Migranten und Flüchtlingen in den Aufnahmeländern zu verbessern. Ziele waren der Kapazitätsaufbau der Partner, der Austausch von theoretischem und praktischem Wissen und die Sensibilisierung der lokalen Gemeinschaften für die Schwierigkeiten und Herausforderungen, denen Neuankömmlinge gegenüberstehen.
Das Projekt hat über fast zwei Jahre gelaufen und hat auch viele junge Menschen einbezogen, die im Bereich Migration und Integration aktiv sind. Ein Bericht finden Sie hier.
Neuankömmlinge reflektieren über Werte und aktuelle Ereignisse.
Mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes und der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Teltow-Fläming führten wir im Jahr 2023 sechzehn Workshops mit Flüchtlingen und Einheimischen im Flüchtlingsheim im brandenburgischen Wünsdorf durch. Die Themen waren unter anderem ethische, kulturelle und politische Vielfalt, aber auch Demokratie, Freiheit (von Religion, Meinungsäußerung, Vereinigung), individuelle Autonomie, Emanzipation, Toleranz, Identität, Diskriminierung, Rassismus,
Geschlechtergleichheit, Homosexualität, sowie die gegenseitigen Ängste von Migrant*innen und deutschen Bürger*innen. Darüber hinaus haben wir aktuelle sozialen und politischen Themen diskutiert, die während des Zeitraums der Workshops auf der öffentlichen Agenda standen. Diese Gespräche orientierten sich an den oben genannten Themen. Einen Überblick über unseren deliberativen Ansatz finden Sie hier. Ein Interview zum Projekt in 2021 finden Sie hier. Einen kurzen Endbericht finden Sie hier.
Universität für Gleichberechtigung
2023 hat Social Science Works sich mit dem Instytut Przeciwdziałania Wykluczeniom (Institut zur Bekämpfung von Ausgrenzungen) in Toruń, Polen, und dem Social Hub in Sofia, Bulgarien, zusammengeschlossen. Gemeinsam führten wir das Projekt “Equality University” durch, das durch das Erasmus+-Programm der Europäischen Union ermöglicht wurde. Ziel war der Aufbau einer strategischen Partnerschaft mit Nichtregierungsorganisationen aus Polen, Bulgarien und Deutschland durch den Austausch von bewährten Verfahren und Erfahrungen im Bereich der Bekämpfung der Ausgrenzung von nicht heteronormativen und geflüchteten Menschen. Der Höhepunkt des Projekts war die Organisation einer internationalen Jugendbegegnung in Polen im Jahr 2023. Ein Bericht finden Sie hier.
In 2022 abgeschlossene Projekte
Europa für alle. Bürgerinnen und Bürger deliberieren europäische Werte.
In diesem Projekt, das vom Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten ermöglicht wird, diskutieren Bürgerinnen und Bürger über Europa. Wir zielen darauf ab, unter unseren Teilnehmenden ein tieferes Verständnis für die Grundlagen der demokratischen Beteiligung und die Werte der Europäischen Union zu fördern und einen Dialog zwischen ihnen und Entscheidungsträgern zu fördern. Stattfinden sollen acht zweistündige deliberative Workshops mit verschiedenen Zielgruppen, um über die Europäische Union zu diskutieren, ein weiteres Treffen mit gewählten Vertreter*innen aus den acht Workshops sowie einen weiteren deliberativen Workshop mit EU-Parlamentariern und diesen Vertreter*innen, um die erarbeiteten Anregungen, Fragen und Ideen zu artikulieren und zu diskutieren.
Das übergreifende Ziel unseres Projekts ist es, dem Mangel an Diskussion und Einsicht in Bezug auf die Europäische Union entgegenzuwirken und gleichzeitig einen Raum zu schaffen, in dem sich Menschen Gehör verschaffen und mit Entscheidungsträgern
zusammenarbeiten können. Das Hauptziel des Projekts ist es, Menschen aus Berlin und Brandenburg zum Nachdenken über die Europäische Union, die Demokratie und ihre Rolle und Verantwortung als Bürger*innen anzuregen und die politische Beteiligung durch den deliberativen Austausch mit Anderen sowie EU-Entscheidungsträgern zu fördern. Natürlich ist die politische und demokratische Bildung von Menschen aus Berlin und Brandenburg nicht nur für diese von Vorteil, sondern würde auch den EU-Parlamentariern und anderen Entscheidungsträger*innen einen wertvollen Einblick in die Hoffnungen, Sorgen und Ideen der Menschen in Bezug auf Demokratie und die Europäische Union geben.
Immer weiter Reden: Wertedialog mit geflüchtete Menschen
Mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes und der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Teltow-Fläming führen wir im Jahr 2022 eine Vielzahl von Workshops mit Flüchtlingen im Flüchtlingsheim im brandenburgischen Wünsdorf durch. Wir werden Themen wie Demokratie, Freiheit, Emanzipation, Pluralismus, Zivilgesellschaft, Identität, Diskriminierung, Rassismus, Gleichstellung der Geschlechter, Homosexualität und Selbstverantwortung diskutieren. Einen Überblick über unseren deliberativen Ansatz finden Sie hier. Ein Interview zum Projekt in 2021 finden Sie hier. Einen kurzen Endbericht finden Sie hier.
Weiterbildung zu Diskriminierung und Rassismus
In Deutschland werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder anderer Eigenschaften ausgegrenzt, bedroht oder angegriffen. Dies reicht von Alltagsdiskriminierung über Hassreden im Internet bin hin zu gewalttätigen Übergriffen und Mord.
Nicht nur Schulen sind betroffen. Auch öffentliche Stellen wie Jobcenter, Sozialamt, Einwohnermeldeamt und Zivilgesellschaftliche Organisationen sind mit GMF konfrontiert. Mitarbeitende und Ehrenamtlichen müssen in die Lage versetzt werden, adäquat darauf reagieren zu können und auch eventuelle eigene unbewusste Mechanismen zu hinterfragen.
Was aber sind genau die Mechanismen, die hinter solchen Verhaltensweisen und Denkmustern stecken? Was ist der Unterschied zwischen Diskriminierung und Rassismus? Wie entstehen Vorurteile? Wie erkennen wir Diskriminierung? Was können wir aus historischen Beispielen und ihrer Aufarbeitung lernen?
Das BAMF unterstützt erneut unsere dreitätigen Schulungen zu Diskriminierung und Rassismus. Diese Veranstaltung möchte PädagogInnen, Mitarbeitende in Institutionen und Organisationen und Ehrenamtlichen in Zivilgesellschaftliche Organisationen ausführlich zu Rassismus und Diskriminierung sowie andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit informieren und über die sozialpsychologischen, historischen und wissenssoziologischen Hintergründe aufklären. Ferner wollen wir Fähigkeiten und Gesprächsstrategien vermitteln, um damit im Berufsalltag, aber auch privat und in zivilgesellschaftlichen Bereich, besser umgehen zu können. Die Gesprächsstrategien sollen helfen, einen Perspektivenwechsel vorzunehmen, Mechanismen und inkonsistente Argumentationen offenzulegen, und Argumente an die Hand geben, um gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu entkräften. Dies soll langfristig präventiv und deradikalisierend wirken.
In 2021 abgeschlossene Projekte
Deliberation durch Jugendliche: Politisches Engagement fördern. Medienkompetenz im WEB 2.0 stärken.
Trotz einer nach wie vor hohen Zustimmung zum demokratischen Modell gibt es immer mehr junge Menschen, die mit diesem Modell unzufrieden sind. Aufgrund ihres mangelnden Vertrauens in demokratische Strukturen bringen sie diesem wenig Unterstützung entgegen und sind schwer politisch mobilisierbar. Diese Gruppe muss durch gezielte Bildungsmaßnahmen an Formen der politischen Partizipation herangeführt werden. Diese Bildungsmaßnahmen sollten auf die Lebenswelten der betreffenden Jugendlichen abgestimmt sein: praxisorientierter, zeitgebundener, stärker auf ein konkretes Ereignis ausgerichtet, interaktiver und unter vermehrtem Einsatz sozialer Medien.
Das Ziel dieses Projekt, gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung, ist die Aktivierung, Motivation und das Empowerment von Jugendlichen für gemeinsames gesellschaftliches und politisches Engagement. Aufbauend auf unsere deliberativen Demokratie- und Integrationsprojekte der letzen Jahre möchten wir unseren deliberativen Ansatz erweitern und zusammen mit unseren Teilnehmer*innen deliberative Events organisieren, um gesellschaftliche Themen zu diskutieren.
Wir bilden vier Gruppen von 10 bis 15 Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren in ländlichen Regionen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Wir bieten den Teilnehmenden Schulung und Training an, um über die grundlegenden Werte nachzudenken, die unsere Gesellschaften zusammenhalten – Demokratie, Pluralismus, Freiheit, Bürgerschaft, Gleichheit, Respekt – und um zu erfahren, wie diese Werte erfolgreich weiter kommuniziert werden können. Zusätzlich bieten wir ihnen Ausbildung in Funktionen und Arbeitsweisen ziviler Organisationen und ziviler Aktivitäten. Hierzu gehört auch, wie soziale Medien für zivilgesellschaftliche Aktivitäten genutzt werden können.
Im Anschluss an dieses Training setzten sich die Gruppen über 6 Monate hinweg mit einem Thema ihrer Wahl inhaltlich auseinander. Im Anschluss an die 6 Monate folgt eine deliberative Veranstaltung zum Thema, die von der Gruppe selbstständig organisiert wird.
Mehr Informationen über dieses Projekt gibt es hier. Einen Abschlussbericht finden Sie hier.
Erasmus+ Unser Europa für Alle
“UNSER EUROPA FÜR ALLE – Jugendliche diskutieren Europa untereinander und mit EU-Parlamentariern” ist ein deliberatives Dialogprojekt mit zwanzig Schulen in Berlin und Brandenburg, das sich an den Leitthemen des 8. Zyklus des Erasmus+ Jugenddialogs orientiert: Raum für Demokratie und Partizipation. Ziel des Projekts ist es, die demokratische Partizipation junger Europäer*innen zu fördern, indem ihnen der Raum gegeben wird, über die Europäische Union und ihre Rechte und Verantwortungen als EU-Bürger*innen nachzudenken, die Ergebnisse dieses Austauschs zu reflektieren und ihre Erkenntnisse mit EU-Entscheidungsträger*innen zu diskutieren. In der ersten Phase des Projekts werden in zwanzig Schulen Workshops durchgeführt, an denen insgesamt 500 Schüler*innen im Alter von 15 bis 18 Jahren teilnehmen. Sie werden an deliberative Austausche über die Ideen, die dem europäischen Ideal und Projekt zugrunde liegen, teilnehmen und gemeinsam über ihre Rolle, Verantwortung, und Hoffnungen als EU-Bürger*innen nachdenken. Im Anschluss an diesen Austausch werden zwanzig gewählte Schülervertreter zusammenkommen, um einen Bericht über die Ergebnisse der Workshops zu erstellen. Dieser Bericht wird in einer mit EU-Abgeordneten organisierten deliberativen Konferenz dienen, in der die Schülervertreter die Ideen, Bedenken und Überlegungen ihrer Altersgenossen zur Europäischen Union mit Entscheidungsträger*innen diskutieren werden. Das Projekt wird lokale, regionale und europäische Auswirkungen haben: Jugendliche in Berlin und Brandenburg werden in die politische Partizipation einbezogen und werden sich untereinander und mit EU-Abgeordneten vernetzen und austauschen. Die EU-Abgeordneten erhalten einen Einblick in die Überlegungen und Sorgen der Jugendlichen über die Europäische Union. Im Anschluss an das Projekt wird ein Bericht über die Förderung der Bürgerbeteiligung junger Menschen verfasst, in dem erfolgreiche und effektive Praktiken zur Durchführung von Deliberationsworkshops mit Jugendlichen zusammengestellt werden. Dieser ist hier auf der Website von Social Science Works für alle zugänglich gemacht.
Zusammenarbeit mit der Grace Hopper Gesamtschule in Teltow.
Ein Jahr lang werden wir monatlich zwei Mal nach Teltow reisen, um mit Jugendlichen der Grace Hopper Gesamtschule Wissen zu der grundlegenden Werter unserer Gesellschaft zu erarbeiteten. Wir werden über grundlegende Werte und Ideen sprechen, die unsere Gesellschaften und Gemeinschaften zusammenhalten, sowie über alle Arten von Diskriminierung, einschließlich Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie. Wir werden auch einen ” Deliberationstag des dunklen Tourismus” in Berlin abhalten und fünf Gedenkstätten besuchen, darunter die Gedenkstätte für die ermordeten Juden Europas, die Gedenkstätte für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen und die Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen “Euthanasie”-Morde. Ermöglicht wird das Projekt durch den Internationalen Bund (IB), Region Brandenburg Nordwest. Informationen zu einem vergleichbaren Projekt in Hamburg finden Sie hier.
Zukunftswerkstatt Rangsdorf
Im Auftrag der Gemeinde Rangsdorf (Brandenburg) führt Social Science Works eine Studie unter den wichtigsten Akteuren der Flüchtlingshilfe in Rangsdorf durch. Die Fragen sind, wie alle Beteiligten die Zukunft sehen, was sie als Probleme wahrnehmen, die gelöst werden müssen, und wie dies realisiert werden kann. Beteiligt sind die ca. 150 in Rangsdorf lebenden Flüchtlinge, die politisch Verantwortlichen, die zuständigen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die direkt zuständigen Sozialarbeiter und verschiedene ehrenamtliche Organisationen. Ziel ist es, eine tragfähige Vereinbarung über eine Problemanalyse zu treffen und dann einen Aktionsplan zu erstellen: Wer macht was, wann und warum, und was sind die Verantwortlichkeiten? Der gesamte Prozess wird deliberativ gestaltet, wobei möglichst viele Beteiligte einbezogen werden und die Verantwortung für die Problemanalyse und die gewählte Lösungsstrategie übernehmen.
Weiter Reden: Wertedialog mit Neuankömmlingen
Mit Unterstützung der Gemeinde Rangsdorf führen wir im Jahr 2021 eine Vielzahl von Workshops mit Flüchtlingen durch, die schon längere Zeit in den beiden Flüchtlingsheimen in dieser Stadt südlich von Berlin leben. Wir werden Themen wie Demokratie, Freiheit, Emanzipation, Pluralismus, Zivilgesellschaft, Identität, Diskriminierung, Rassismus, Gleichstellung der Geschlechter, Homosexualität und Selbstverantwortung diskutieren. Einen Überblick über unseren deliberativen Ansatz finden Sie hier. Mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes und der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Teltow-Fläming hatten wir in 2020 ein ähnliches Projekt im Flüchtlingsheim im brandenburgischen Wünsdorf durchgeführt. Hier arbeiten wir zusammen mit Flüchtlingen, die kürzlich in Deutschland angekommen sind. Beide Organisationen haben es möglich gemacht, dieses Projekt im Jahr 2021 fortzusetzen. Ein Interview zum Projekt finden Sie hier. Einen kurzen Endbericht finden Sie hier.
Empowerment von Frauen mit Fluchthintergrund durch Deliberation und Theater
Social Science Works hat eine Workshopreihe von Frauen für Frauen in Postdamer und Rangsdorfer Gemeinschaftsunterkünfte gestartet. Das innovative dieses Workshops ist die Verschränkung deliberativer Gesprächsführung mit Ansätzen der Theaterpädagogik, um die innere Beweglichkeit zu fördern. Deliberation meint einen offenen Austausch von Meinungen, der darauf abzielt, eigene Ideen und Ansichten besser zu verstehen, diese in einen Kontext zu setzen und mit alternativen Perspektiven zu bereichern. Häufig stößt die alleinige kognitive Auseinandersetzung jedoch an Grenzen, insbesondere wenn Teilnehmende wenig Erfahrung mit solchen Gesprächsrunden haben. Ansätze aus dem Theater können hier helfen, die Themen und Fragestellungen zunächst affektiv erfahrbar zu machen und spielerisch zu kommunizieren, was sonst unausgesprochen geblieben wäre. Theaterspielen fördert die Konzentrationsfähigkeit, sowie die Sensibilisierung des eigenen Körpers und der Stimme. Dies wollen wir nutzen.
Unser Ziel ist es, den Frauen ihre Stärken bewusster zu machen und sie zum Nachdenken über ihre Rolle in unserer Gesellschaft anzuregen. Wir möchten die Frauen zur Selbstreflexion anregen; ihr Körpergefühl und damit ihre Selbstwahrnehmung stärken; sie über ihre Rechte und Gestaltungsmöglichkeiten in Deutschland informieren; gemeinsam mit ihnen Rollenmuster verstehen und reflektieren; gemeinsam Diskriminierungserfahrungen verarbeiten und über Werte wie Freiheit, Gleichberechtigung und Respekt sprechen.
Die Reihe startet zunächst mit 12 Terminen. Wichtig ist es uns dabei, dass die Begegnungen und Gespräche auf Augenhöhe und in einem geschützten Raum stattfinden. Wir wollen nicht von oben herab unterrichten, sondern sind überzeugt, dass auch wir viel lernen werden. Das gesellige Zusammenkommen nur unter Frauen soll eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen, in der tiefgreifendere Gespräche möglich sind. Entsprechend werden wir für eine gemütliche Atmosphäre, und Kaffee und leckeres Essen sorgen.
Zwischen 2016 und 2020 durchgeführte Projekte
Weiterbildung für Multiplikatoren
In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern haben wir 2019 erneut eine große Anzahl von deliberativen Workshops für Freiwillige und Sozialarbeiter veranstaltet, die an Demokratisierung, Deradikalisierung, Antidiskriminierung und Integration beteiligt sind. In diesem Jahr kooperierten wir unter anderem mit der Arbeit und Leben (Hamburg), dem Haus am Maiberg (Politische und Soziale Bildung – Hessen), der Flüchtlingshilfe Babelsberg (Brandenburg), dem Landesjugendring (Brandenburg) und der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz (Rheinland-Pfalz). Den Flyer mit weiteren Informationen finden Sie hier: 20190123 Flyer Weiterbildung. Für das aktuelle Angebot an Weiterbildungen besuchen Sie bitte diese Seite.
Adoption einer Schule in Hamburg
Social Science Works hat im Jahr 2019 eine Schule in Hamburg adoptiert. Statt einmal drei Tage, wie zuvor, waren wir fast ein halbes Jahr lang in der Schule präsent und interagierten etwa zwei Tage pro Monat mit zwei Gruppen von Jugendlichen unterschiedlichen Alters. Wir sprachen über grundlegende Werte und Ideen, die unsere Gesellschaften und Gemeinschaften zusammenhalten, und über alle Arten von Diskriminierung, einschließlich Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie.
Begleitet wurden die Workshops von “Dark Tourism Deliberation Days” in Berlin. Gemeinsam mit unserem Kollegen und Spezialisten Asaf Leshem besuchten wir fünf Gedenkstätten: das Denkmal für die ermordeten Reichstagsabgeordneten; das Denkmal für die Opfer der Sinti und Roma des Nationalsozialismus; das Denkmal für die ermordeten Juden Europas; das Denkmal für Homosexuelle, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden; und die Gedenk- und Informationsstelle für die Opfer nationalsozialistischer „Euthanasie“ -Morde (die sogenannte Aktion T4).
Der Besuch der Gedenkstätten wurde durch die Diskussionen in den Workshops vorbereitet und an den konkreten Orten vertieft und anschaulich fortgesetzt. Wir möchten gemeinsam mit den Jugendlichen danach fragen, wie es zu solchen Verfolgungen kommen konnte. Kann so etwas wieder passieren? Was bedeuten die damaligen Geschehnisse für die Schüler heute? Warum wurden die Gedenkstätten gebaut? Für wen wurden sie gebaut? Warum gedenken wir? Warum gedenken wir über Gedenkstätten?
Das Projekt wurde von IN VIA Hamburg (www.invia-hamburg.de) und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermöglicht. Wir haben die Effekte des Projektes durch Umfragen und Interviews bewertet. Ein ausführliches Bericht gibt es hier.
Empowerment von Frauen mit Fluchthintergrund durch Deliberation und Theater
2020 hat Social Science Works eine Reihe von 12 Workshops von Frauen für Frauen in einer Potsdamer Gemeinschaftsunterkunft durchgeführt. Das innovative dieses Workshops ist die Verschränkung deliberativer Gesprächsführung mit Ansätzen der Theaterpädagogik. Wir wiederholen das Projekt in 2021 in Rangsdorf und möglicherweise auch in Potsdam. Siehe das Übersicht von läufenden Projekte für mehr Informationen.
Umgang mit Vorurteilen und Diskriminierung
In Deutschland werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder anderer Eigenschaften ausgegrenzt, bedroht oder angegriffen.
Besonders im schulischen Bereich sind antisemitische und rassistische Anfeindungen problematisch, da die Schule gesamtgesellschaftliche Phänomene abbildet und bildet. Aber auch in Unternehmen, öffentlichen Stellen wie Jobcenter oder Stadtverwaltung oder im Ehrenamt sind wir mit Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit konfrontiert.
Was aber sind die Mechanismen, die hinter Diskriminierung stecken? Was ist der Unterschied zwischen Diskriminierung und Rassismus? Wie entstehen Vorurteile? Was können wir aus historischen Beispielen und ihrer Aufarbeitung lernen?
Wie können wir eindeutig klar machen, dass in unseren Klassenzimmern, Büros, öffentlichen Einrichtungen kein Raum ist für Rassismus und andere Arten gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit?
In unserem Workshop informieren wir zu Rassismus und Diskriminierung sowie anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Wir wollen Gesprächsstrategien vermitteln und Argumente an die Hand geben, um darauf im Berufsalltag, aber auch privat, adäquat reagieren zu können. Dafür diskutieren wir die Themen vor dem Hintergrund fundamentaler Werte wie Freiheit und Demokratie und fragen uns gemeinsam, was es heißt in einer pluralistischen Gesellschaft zu leben.
Die Veranstaltung wird finanziert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Teilnahme ist kostenlos. Die Workshops finden statt in Potsdam (23 bis 27 November) und in Haldensleben (7 bis 9 Dezember). Der Flyer für Potsdam ist hier: Flyer Rassismus Brb-1, und für Haldensleben (Sachsen-Anhalt) hier: Flyer Rassismus SA.
Freiheit, Autonomie, Emanzipation für Alle: Gesprächsrunden zur Emanzipation der Geschlechter in Deutschland
Gehälter, Aufstiegschancen, Bildung, politische Partizipation oder gleichberechtigte Aufteilung von Hausarbeit und Kinderbetreuung: Die Kluft zwischen Männern und Frauen ist in Deutschland nach wie vor groß. Frauen verdienen weniger, leiden stärker unter ihren dreifachen Pflichten in Familie, Pflege und Beruf, sind stärker von Altersarmut betroffen und in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft unterrepräsentiert. Zugleich stehen Männer unter dem Druck, allein für das Familieneinkommen einzustehen. Das Bestreben der Männer, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, scheitert oft an einer vaterfeindlichen Unternehmenskultur oder an der Rechtspraxis in Scheidungs- und Familienangelegenheiten, die die Mutter immer noch als die Hauptverantwortliche für die Kinder wahrnimmt.
Bundesweit organisieren wir Workshops, um mit Bürgerinnen und Bürgern aller gesellschaftlichen Milieus über die Gleichstellung der Geschlechter zu reflektieren. Wir laden unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, über gleiche Beschäftigungschancen, gleiche Aufteilung der Hausarbeit und neue flexible Arbeitszeitmodelle zu sprechen. Wir fragen u.a. nach den möglichen Unterschieden zwischen den beiden Hauptgeschlechtern, nach den persönlichen, sozialen, politischen und ökonomischen Kosten der Ungleichheit der Geschlechter, aber auch danach, was Emanzipation für die gesamte Gesellschaft bedeutet, was wir tun können, um die Gleichstellung zu fördern und welche Unterstützung wir vom Staat erwarten.
Wir präsentieren unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern aktuelle Informationen über Gender in Deutschland und anderen Ländern. In guter deliberativer Weise befragen wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl zu Beginn als auch am Ende der Gespräche zu ihren Ideen und Ansichten. Auf diese Weise können wir einen Eindruck davon gewinnen, welche Überzeugungen in der deutschen Bevölkerung vorhanden sind und ob sich diese Überzeugungen unter dem Einfluss von Information und Diskussion ändern. Die zweite Umfrage würde uns einen Hinweis darauf geben, welche Präferenzen die deutsche Bevölkerung gehabt hätte, wenn sie zuerst eine informierte Diskussion zum Thema Gleichstellung der Geschlechter geführt hätte.
Die meisten Gesetze, die für die Gleichstellung der Geschlechter erforderlich sind, sind in Deutschland installiert, aber Frauen und Männer werden nach wie vor ungleich behandelt. Es ist also offensichtlich, dass das Problembewusstsein und die Kosten der Nichtanerkennung des Problems gering sind. Daher ist es für das Projekt von zentraler Bedeutung herauszufinden, wie das Thema der Geschlechtergleichstellung erfolgreich mit der deutschen Bevölkerung kommuniziert werden kann.
Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier. Einen Artikel über unsere bisherigen Erfahrungen mit Deliberationen zu diesem Thema finden Sie hier. Für unser Weiterbildungsangebot zur Gleichstellung der Geschlechter klicken Sie hier. Ein Artikel über unsere enttäuschenden, aber auch aufschlussreichen Erfahrungen seit Herbst 2019 mit diesem Projekt wird demnächst veröffentlicht.
Fortbildung zu Deliberation, Demokratie, Pluralismus und Diskriminierung
In den Jahren 2016, 2017 und 2018 haben wir insgesamt 24 Serien von deliberativen Workshops für zivilgesellschaftliche Ehrenamtliche und Sozialarbeiter, die in der Integrationsarbeit tätig sind, durchgeführt. Diese zwei- bis dreitägigen Fortbildungen wurden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ermöglicht: Wir begannen in Brandenburg und Berlin, waren aber bald in ganz Deutschland aktiv. In diesen Workshops veranschaulichten wir die Ideen und Methoden der Deliberation und erklärten, wie Themen wie Demokratie, Freiheit, Toleranz, Identität, Gleichberechtigung oder (Homo-)Sexualität deliberativ mit Bürgern aus anderen Kulturen diskutiert werden können. Ziel war es, die Unsicherheiten zu beseitigen, die viele europäische Bürger haben, wenn es darum geht, die Werte der Gesellschaft zu begründen und zu artikulieren. Diese Unklarheiten und Unsicherheiten führen bei Neuankömmlingen oft zu unklaren Eindrücken und behindern somit die Integration. Wir haben auch ausführlich über Identität, Diskriminierung und Rassismus diskutiert. Alle Arten von Diskriminierung stehen im Widerspruch zur Idee der Menschenrechte und den damit verbundenen Vorstellungen von Respekt und Toleranz. Das Konzept der Menschenrechte analysierten und begründeten wir über eine deliberative Auseinandersetzung mit den Begriffen Demokratie, Pluralismus, Freiheit und Autonomie. Die Erkenntnisse, die wir hier gemeinsam entwickelt haben, wurden dann über eine Diskussion der Gleichberechtigung der Geschlechter und der Homosexualität angewendet und vertieft.
Den Flyer mit weiteren Informationen finden Sie hier: Flyer Multiplikatorenschulungen Social Science Works 2018. Eine Infografik finden Sie hier. Und eine Übersicht des ganzes Projektes finden Sie hier: Übersicht Deliberation gegen Diskriminierung SSW 2018.
Deliberation in Brandenburg: Deutschland verstehen
In den Jahren 2016, 2017 und 2018 haben wir insgesamt 22 Workshop-Reihen mit jeweils sechs etwa zweistündigen Sitzungen durchgeführt, in denen wir mit verschiedenen Gruppen von Flüchtlingen und Einheimischen über die Ideen, Perspektiven und Werte diskutiert haben, die viele als konstitutiv für die europäische Kultur und Identität ansehen. Ermöglicht wurden die Jahresprojekte durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg. Die Themen der Workshops waren u.a.: ethischer, kultureller und politischer Pluralismus, Humanismus, Demokratie, Religionsfreiheit, Gender, Gleichberechtigung, (Homo-)Sexualität, Ängste von Migranten, und Ängste gegenüber Migranten in der deutschen Bevölkerung. Für mehr Informationen über das Projekt, klicken Sie hier.
Deliberation mit Muslimen und Ihren Mitbürgern
Mit Unterstützung der Stadt Potsdam haben wir in 2019 zehn deliberativen Workshops von jeweils rund drei Stunden mit muslimischen und nicht-muslimischen Potsdamer Bürgern organisiert und vermittelt. Wir trafen uns zweimal im Monat und diskutieren gemeinsam Themen wie Freiheit (der Meinungsäußerung, Religion und Vereinigung), Autonomie, Emanzipation, Pluralismus, Demokratie, Identität, Diskriminierung, Respekt, Geschlechtergleichheit, unsere gegenseitigen Ängste und wie wir mögliche Radikalisierungen auf beiden Seiten vorbeugen und bekämpfen können. Den deutschsprachigen Flyer finden Sie hier. Den arabischsprachigen Flyer hier. Die Postdamer Neueste Nachrichten berichtete hier über das Projekt. Ein Endbericht über das Projekt finden Sie hier, und ein Aufsatz über das Vorbiegen von Radikalisierung, hier.
Weiter Reden in Wünsdorf
Mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes und der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Teltow-Fläming haben wir unsere Deliberationen im Flüchtlingsheim im brandenburgischen Wünsdorf fortgesetzt. In 2020 und 2019 haben wir das Heim zehnmal pro Jahr besucht und Themen wie Demokratie, Freiheit, Pluralismus, Zivilgesellschaft, Identität, Diskriminierung, Rassismus, Gleichstellung der Geschlechter und Homosexualität diskutiert. Ein Interview zum Projekt finden Sie hier. Einen kurzen Endbericht finden Sie hier. Einen Überblick über unseren deliberativen Ansatz finden Sie hier.
Deliberation mit Geflüchteten
Wie in den Vorjahren haben wir auch 2019 Workshops mit Gruppen von Geflüchteten durchgeführt und über die grundlegenden Werte und Ideen diskutiert, die uns ein Zusammenleben in einer fairen Gesellschaft ermöglichen. Die insgesamt 28 Workshops zu je zwei bis drei Stunden, die wir in Brandenburg durchführten, waren vom Brandenburger Bildungsministerium ermöglicht worden. Wir besuchten drei verschiedene Flüchtlingsheime in Potsdam, eines in Wünsdorf und eines in Fürstenwalde. Die Teilnehmer waren gemischte Gruppen von Erwachsenen, sowie Gruppen von Jugendlichen, Kindern und Frauen. Für weitere Informationen über das Projekt und insbesondere einen Überblick über unseren deliberativen Ansatz klicken Sie hier. Für eine Beschreibung von Emma Eden über ihre Arbeit mit einer Gruppe muslimischer Frauen, klicken Sie hier.
Künstlerisches Integrations- und Mitmachprojekt
Hanau zeigt es bitter: Rassismus führt zum Verlust des Mitgefühls! Doch vor dem Rassismus stehen meist Ängste vor dem Unbekannten oder auch ein eigener Minderwertigkeitskomplex. Nichtwissen und Vorurteile verstärken dies. Einige Deutsche nehmen Ausländer als „dunkle Masse“ und Bedrohung wahr. Auch die MigrantInnen selber trauen sich teilweise nicht, direkt Kontakt zu Deutschen aufzunehmen. Sprachbarrieren und andere gefühlte und erlebte Ablehnungen hemmen sie. Ängste können jedoch nur durch Wissen und gegenseitiges Kennenlernen beseitigt werden. Hier kommt die Kunst ins Spiel! Kunst gibt keine Antworten, sondern öffnet Wege und Möglichkeiten. Wir zeigen uns über Kunst.
Deshalb unterstützt das Land Brandenburg seit Februar bis Ende des Jahres 2020 das Projekt „Meine Gedanken und mein Gesicht erzählen vom Frieden! Schaffung von Erzähl-Galerien von und mit MigrantInnen und SchülerInnen“ im Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum (RZ) und darüber hinaus.
Was ist eine Erzähl-Galerie? Der Name „Erzähl-Galerie“ leitet sich vom „Erzähl-Café“ im RZ ab, denn die Protagonisten sind zum großen Teil BesucherInnen des Cafés der Flüchtlingshilfe Babelsberg.
Im großen Raum des KunstOrbits des RZs werden vom 02.07.-26.07.2020 handgemalte Portraits, sog. „Friedensgesichter“ von den TeilnehmerInnen zu sehen sein, gemalt durch die Künstlerin Katrin Seifert. Der Malprozess selber ist sehr interaktiv. Die TeilnehmerInnen erzählen von Erlebnissen und verschönern letztendlich ihr Bild durch einen selbstbemalten Bilderrahmen. Gemalt werden bedeutet (an-)gesehen werden. Ich erhalte eine besondere Aufmerksamkeit und Wertschätzung.
Jedes Portrait wird durch eine von den MigrantInnen selbstgeschriebene Geschichte ergänzt. Dabei geht es um Befindlichkeiten im Hier und Jetzt, das Leben in Brandenburg und im Frieden, kurz „Friedensgeschichten“. Dieses Geschichtenschreiben wird durch den angehenden Iranisten Alexander Deutsch in 10 Workshops unterstützt.
Die zwei kleineren Räume werden durch die TeilnehmerInnen mittels Körperbildern, die miteinander zu Wandbildern interagieren, gestaltet. Dazu verhilft ein Körperbilder-Workshop, der an den Wochenenden davor durchgeführt wird.
Das Ganze wird dann durch die Medienexpertin Andrea Werner dokumentiert, auf Leinwände gebracht und transportfähig gemacht. Mit diesen ca. 15 großen Leinwänden gehen wir in die Öffentlichkeit, so z.B. in die Landesbibliothek im März 2021.
Schon jetzt treten TeilenhmerInnen mit weiteren Anfragen an die Projektleiterin, Katrin Seifert, heran: Freunde, Bekannte, Familienmitglieder wollen ebenfalls mitmachen. Wir freuen uns über diese Resonanz, denn wir wollen zeigen, welche Schätze, Fähig- und Fertigkeiten unsere ausländischen MitbürgerInnen mitbringen. Ein Sich-zeigen/Öffnen gibt die Möglichkeit zu verstehen und aufeinander zuzugehen.
Bürgerdialoge
In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern organisieren und vermitteln wir zivile Dialoge: Bürger reden miteinander über die Werte und Ideen, die unsere Gesellschaften zusammenhalten. Bürger sprechen außerdem über ihre Frustrationen, Ängste, Hoffnungen und Ideale in Bezug auf ihre Gesellschaft. Ein Beispiel sind die Deliberationen, die wir im März 2019 in einer brandenburgischen Stadt hatten. In Zusammenarbeit mit ESTAruppin (Einsetzen statt Aussetzen) sprachen wir mit 30 Bürgern, die sich in unserer Gesellschaft nicht immer gut geschlagen haben und normalerweise nicht oft über Politik reden. Wir haben über Frauenrechte, Männlichkeit, Homosexualität und vor allem über die Europäische Union gesprochen: Was ist das und was haben wir davon? Wir hatten nur 8 Stunden, aber das war genug, um uns erneut zu zeigen, dass normale Menschen die Werte, die unsere Gesellschaften zusammenhalten, gemeinsam diskutieren können, obwohl sie oft noch nicht die Gelegenheit hatten, ihre Fähigkeiten in diesem Bereich voll zu entfalten. Einen Bericht über dieses Treffen finden Sie hier. Ein weiteres Beispiel war die Deliberation, die wir im Juli 2019 in Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt) hatten. Für einen Bericht klicken Sie hier.
Deliberation in Schulen
In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern organisierten wir in 2019 Workshops zur Deliberation in Schulen. Die Themen wurden zusammen mit Lehrern und Schülern je nach den Bedürfnissen und Interessen der beteiligten Personen ausgewählt. Populär waren Demokratie, Identität, Radikalisierung, Diskriminierung, Rassismus, Geschlechtergleichheit und Homosexualität. In 2019 kooperierten wir unter anderem mit einer Schule in Harburg (Hamburg) und Fürstenwalde (Brandenburg). Dieser Blog-Artikel vermittelt einen Eindruck von der Schule Fürstenwalde. Und dieser von der Schule in Harburg.
Deliberation gegen Populismus
In diesem Projekt haben wir zwei deliberative Events für sich im Internet menschen- und demokratiefeindlich äußernde deutsche Bürger*innen organisiert. Das konkrete Ziel dieses Projekts war es neue Wege der Rekrutierung und Kontaktierung zum finden, und mit Bürger*innen, die sich selbst als politikverdrossen bezeichnen, in Kontakt zu treten und die Probleme zu diskutieren, die diese Bürger*innen beschäftigen. Fokus des Projekts war auch die Erforschung von Sozialen Medien und Echokammern im Internet.
Eine Kurzfassung des Projektes sowie einen Ausführlichen Bericht gibt es hier. Ein Artikel in der englische Sprache über das Projekt gibt es hier.
Buddy Projekt
In den Jahren 2016 und 2017 organisierten wir ein “Buddy-Projekt” für jugendliche männliche Flüchtlinge aus hauptsächlich Afghanistan, Irak und Iran, die unbegleitet nach Deutschland gekommen waren. Die jungen Männer trafen sich regelmäßig mit “Buddys” (etwas ältere deutsche oder deutschsprachige Männer) für mehr als 6 Monate, um bessere Einblicke und Verständnis, Kontakte und implizites Wissen über die hiesige Gesellschaft zu gewinnen. Über die Schwierigkeit, deutsche männliche Freiwillige für dieses Projekt zu rekrutieren, lesen Sie hier. Die deutsche Zeitschrift Lotta hat hier über das Projekt berichtet. Und einen Artikel in der niederländischen Zeitung De Volkskrant über das Buddy-Projekt finden Sie hier.
