Weiterbildungen

Was wir machen

Wir bieten verschiedene, staatlich anerkannte Weiterbildungen an die auch im Rahmen eines Bildungsurlaubs absolviert werden können:

  1. Umgang mit Vorurteilen und Diskriminierung. Schulung für PädagogInnen und Mitarbeitende in Behörden und Organisationen.
  2. Freiheit, Autonomie, Emanzipation für Alle - Gleichberechtigung für Männer und Frauen.
  3. Vielfalt, Respekt und Teamgeist - Interkulturelle Kompetenz.

Umgang mit Vorurteilen und Diskriminierung. Schulung für PädagogInnen und Mitarbeitende in Behörden und Organisationen.

In Deutschland werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder anderer Eigenschaften Güter oder Zugang zu Leistungen vorenthalten, ausgegrenzt, bedroht oder angegriffen. Dies reicht von Alltagsdiskriminierung über Hassreden im Internet bin hin zu gewalttätigen Übergriffen und Mord.

Insbesondere im schulischen Bereich haben antisemitische und rassistische Anfeindungen in den letzten Jahren zugenommen. Dies ist besonders problematisch, da die Schule gesamtgesellschaftliche Phänomene abbildet und bildet. Der Antisemitismus zum Beispiel geht dabei nicht nur von Kindern und Jugendlichen arabischer oder türkischer Herkunft aus, sondern auch von denjenigen deutscher Herkunft und auch von den Lehrenden selbst (Bernstein 2020). Lehrende können und dürfen dies nicht ignorieren, sondern müssen sich Handwerkszeug aneignen, um die Kinder und Jugendlichen anzuregen, ihre Einstellungen kritisch zu hinterfragen und miteinander zu diskutieren. Der schulische Kontext ist insbesondere wichtig, da bei Kindern und Jugendlichen menschenfeindliche Einstellungen noch nicht zu stark gefestigt sind und durch eine neue Kontextualisierung noch leichter dekonstruiert werden können.

Nicht nur Schulen sind betroffen. Auch öffentliche Stellen wie Jobcenter, Sozialamt, Einwohnermeldeamt sind mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) konfrontiert. Mitarbeitende müssen in die Lage versetzt werden, adäquat darauf reagieren zu können und auch eventuelle eigene unbewusste Mechanismen zu hinterfragen.

Dies findet vor einem gesellschaftlichen Kontext statt, der mehr und mehr antidemokratische Züge trägt. Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Homophobie und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sind in Teilen der gesellschaftlichen Mitte der Gesellschaft angekommen (Zick et al 2019). Soziale Gruppen und politische Positionen driften auseinander, der Konsens über grundlegende Werte und Normen wird schwächer und die Gesellschaft zunehmend fragil und gespalten.

Was aber sind genau die Mechanismen, die hinter solchen Verhaltensweisen und Denkmustern stecken? Was ist der Unterschied zwischen Diskriminierung und Rassismus? Wie entstehen Vorurteile? Wie erkennen wir Diskriminierung? Wie können wir mit diesen Tendenzen umgehen, wie unser Gegenüber zum Überdenken ihrer/seiner Position bewegen? Wie können wir eindeutig klar machen, dass in unseren Klassenzimmern, Büros, öffentlichen Einrichtungen kein Raum ist für Rassismus und andere Arten gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit?

Diese Veranstaltung möchte PädagogInnen und Mitarbeitende in Institutionen und Organisationen ausführlich zu Rassismus und Diskriminierung sowie andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit informieren und über die sozial-psychologischen, historischen und wissenssoziologischen Hintergründe aufklären. Ferner wollen wir Fähigkeiten und Gesprächsstrategien vermitteln, um damit im Berufsalltag, aber auch privat, besser umgehen zu können. Die Gesprächsstrategien sollen helfen, einen Perspektivenwechsel vorzunehmen, Mechanismen und inkonsistente Argumentationen offenzulegen, und Argumente an die Hand geben, um gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu entkräften. Dies soll langfristig präventiv und deradikalisierend wirken.

Das Seminar beinhaltet darüber hinaus eine Exkursion zu verschiedenen Mahnmalen zur deutschen Geschichte in Berlin. Der Besuch von Orten, an denen sich gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit manifestiert hat, hilft den Teilnehmenden, die theoretische Ebene zu verlassen und emotionell zu begreifen, worüber wir sprechen, welche Ausmaße etwas annehmen kann, das als „Witz“ oder Alltagsdiskriminierung beginnt. Wir möchten unter anderem gemeinsam diskutieren, welche Rolle autonomes und kritisches Denken, Deliberation, Zivilcourage und verantwortungsbewusstes Handeln spielen, um solche schrecklichen Ereignisse zu verhindern? Aufbauend auf die Erfahrungen aus der Exkursion besprechen wir dann gemeinsam, wie Besuche von Gedenkstätten für verschiedene Zielgruppen vorbereitet werden können.

Den Flyer finden Sie hier: Flyer Rassismus

Möchten Sie teilnehmen? Sie können uns gerne hier kontaktieren.

Veranstaltungsort: Potsdam, Rechenzentrum, Dortustr. 46

Datum: Montag 17.08. bis Freitag 21.08.2020

Teilnehmende 10 (mind.) bis 15 (max.)

Preis: 480 Euro

 

Bernstein, Julia. 2020. Antisemitismus an Schulen in Deutschland. Juventa Verlag.

Blokland, Hans. 2020. Warum gab es eine Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland und nicht eine zwischen Nord und Süd? Reden über Diskriminierung, Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Homophobie in Brennpunktschulen in Hamburg. https://bit.ly/2VW3jwZ

Morsch G. and Ley A. (2010). Sachsenhausen concentration camp, 1936-1945. Events and development. Berlin: Metropol.

Zick, Andreas, Beate Küpper and Wilhelm Berghan. 2019. Verlorene Mitte – Feindselige Zustände.
Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2018/19.
Hg. für die Friedrich-Ebert-Stiftung v. Franziska Schröter.

 

Weiterbildung zur Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland: Freiheit, Autonomie und Emanzipation für Alle.

Feminismus ist für viele Frauen in Deutschland kein Thema mehr. Emanzipation als Begriff scheint in Verruf und als politische Bewegung in Vergessenheit geraten zu sein. Zahlen und Analysen – zum Beispiel vom World Economic Forum 2020[1] – zeigen jedoch, dass es bis zu einer Gleichberechtigung der Geschlechter noch 100 Jahre dauern werde, wenn wir in diesem Tempo weitermachen. In Deutschland haben wir zwar Angela Merkel, aber dennoch sind Frauen hier in der Politik unterrepräsentiert, verdienen weniger als Männer und haben schlechtere Karrierechancen. Nur in den Bereichen Bildung und Gesundheit kann in Deutschland fast von einer Gleichstellung der Geschlechter gesprochen werden.

Insbesondere im Alltag machen junge Menschen die Erfahrung, dass sich ihre Lebensmodelle nicht verwirklichen lassen, dass Familien- und Erwerbsarbeit sich aufgrund struktureller Ursachen nicht gleichberechtigt zwischen den Geschlechtern aufteilen lassen. Und dabei geht es nicht nur um die Frauen. Auch Männer wollen nicht mehr nur auf Erwerbsarbeit reduziert werden. Sie leiden unter dem Druck, hauptsächlich für das Familieneinkommen verantwortlich zu sein. Und ihr Wunsch, mehr Zeit für ihre Kinder zu haben, scheitert häufig an einer nicht väterfreundlichen Unternehmenskultur oder an einer Rechtspraxis in Scheidungs- und Familienfragen, die in der Mutter noch immer die Hauptbezugsperson für die Kinder sieht.

Ohne eine Abkehr von anachronistischen Rollenvorstellungen und ohne die Einbeziehungen qualifizierter Denkerinnen bei Entscheidungs- und  Innovationsprozessen ist Deutschlands Zukunftsfähigkeit in Gefahr, in sozioökonomischer wie auch in ökologischer Hinsicht.

Ziel dieses Seminars ist es, Fakten und Hintergrundinformationen zum Thema Geschlechtergerechtigkeit zu vermitteln und diese gemeinsam zu diskutieren. Es soll die Möglichkeit bieten, Erfahrungen und Meinungen auszutauschen, gemeinsam zu diskutieren, wo die Probleme genau liegen und über mögliche Lösungswege nachzudenken. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer soll nach den drei Tagen

  • gut informiert sein zu Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit (Fakten und Theorie),
  • die eigene Meinung dazu reflektiert haben,
  • in der Lage sein, mit Anderen darüber zu diskutieren, und
  • mögliche Lösungsansätze im Austausch mit anderen reflektiert haben.

Wir gehen von einem Demokratieideal aus, welches es als zentral ansieht, dass politische Fragen öffentlich beraten werden. Deshalb nutzen wir in unseren Seminaren und Workshops die Methode der Deliberation. Darunter verstehen wir einen Prozess, in dem Menschen in einer informierten Diskussion Werte, Ansichten, Ideen und Interessen besprechen und ihre Präferenzen entdecken. Es geht um einen offenen, konstruktiven Austausch von Ideen und Meinungen, der darauf abzielt, in einem Gruppenkontext die Überzeugungen und Annahmen zu hinterfragen, die unseren Einstellungen, Vorlieben und Ansichten zu Grunde liegen. Die direkte Kommunikation auf Augenhöhe mit allen Teilnehmenden ist dabei entscheidend.

  • Veranstaltungsort: Potsdam, Rechenzentrum, Dortustr. 46
  • Datum: Mo 15.06. bis Mittwoch 17.06.2020
  • Teilnehmende 10 (mind.) bis 15 (max.)
  • Preis: 280 Euro

Den Flyer finden Sie hier: Flyer Gleichberechtigung

Möchten Sie teilnehmen? Sie können uns gerne hier kontaktieren.

[1] World Economic Forum (2019): Global Gender Gap Report 2020, unter: https://www.weforum.org/reports/gender-gap-2020-report-100-years-pay-equality.

 

Vielfalt, Respekt und Teamgeist - Interkulturelle Kompetenz stärken

Die Arbeit in internationalen Teams ist häufig eine Bereicherung für Organisationen und Unternehmen und kann dem Fachkräftemangel entgegen wirken. Sie birgt aber auch Risiken. Als Hemmnisse für die Integration ausländischer Arbeitnehmender werden Mentalitätsunterschiede, verschiedene Auffassungen von Geschlechterrollen aber auch verschiedene Interpretationen von Mimik und Gestik genannt. Die Stammbelegschaft sollte aufgeschlossen, respektvoll und kulturell sensibel mit diesen Herausforderungen umgehen können. Von den ausländischen Mitarbeitenden wünschen sich Arbeitgeber, dass sie sich an die deutsche Arbeitskultur anpassen, Deutschland als Land akzeptieren, aufgeschlossen gegenüber deutschen Kollegen sind. Interkulturelle Seminare können den Integrationsprozesses unterstützen, Missverständnissen vorbeugen oder dabei helfen, sie aufzulösen.

Social Science Works bietet einen innovativen wertebasierten Ansatz zur Vermittlung interkultureller Kompetenz. Gängige Ansätze zum interkulturellen Training thematisieren die kulturellen Unterschiede zwischen den Teilnehmenden. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass Kulturalisierungen und Stereotypen verfestigt oder sogar erst initiiert werden, obwohl sie eigentlich abgebaut werden sollen. Die Unterschiede werden eventuell im Nachhinein stärker wahrgenommen als vorher, oder es entsteht der Eindruck, interkulturelle Begegnungen wären per se krisengefährdet.

Dies wollen wir in unseren Seminaren vermeiden. Wir laden ein, über grundlegende Werte nachzudenken und zu diskutieren, um so gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz des Andersseins zu schaffen. Unser Ziel ist es, aufrichtige Gespräche zu gesellschaftlichen Themen zu führen. Um eine Person in eine neue Gesellschaft mit unausgesprochenen Annahmen und sozialen Regeln zu integrieren, braucht es mehr als sich mit Ritualen und Rahmenbedingungen des Miteinanders (Begrüßung, Umgangsformen der Geschlechtern, Kleiderordnung, Regeln bei Essen und Trinken) auseinanderzusetzen. Es geht nicht nur darum, Verständigungsprobleme zu vermeiden. Es geht um gegenseitiges Verstehen und Akzeptieren.

Menschen eint mehr als sie trennt, gemeinsame Ideen, Ziele und Erfahrungen – auf diese Gemeinsamkeiten konzentrieren wir uns. Denn wir sind überzeugt, dass über alle Unterschiede hinweg – die auch unterschiedliche Werteskalen einschließen – ein Einverständnis über geteilte Werte möglich ist. In unseren Workshops diskutieren wir deshalb zentrale Konzepte wie Identität und Freiheit, Respekt und Toleranz, Emanzipation und Demokratie. Die „neuen“ wie auch die „alten“ KollegInnen erhalten so die Möglichkeit, den Hintergrund und die Überzeugungen ihrer KollegInnen besser zu verstehen und sehen, dass sie bei allen Unterschieden gemeinsame Werte vertreten.

Wir bieten Erfahrung und Schulung in der Kommunikation von oft sensiblen Themen. Themen, die auch bei der Arbeit zu Missverständnissen und Konflikten führen können. Unsere Seminare und Schulungen helfen Menschen, Ideen, Werte, Orientierungen und Gewohnheiten, die oft implizit bleiben und sich daher zu unproduktiven, störenden Konflikten entwickeln können, auf respektvolle Weise auszudrücken und offen zu diskutieren. Wir möchten Probleme lösen, bevor sie überhaupt auftreten, und damit eine Hemmschwelle beseitigen, die Arbeitgeber davon abhalten könnte, Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen einzustellen.

 

Veranstaltungsort: Potsdam, Rechenzentrum, Dortustr. 46

Datum: Montag 31.08. bis Mittwoch 03.09.2020

Teilnehmende 10 (mind.) bis 15 (max.)

Preis: 380 Euro

Den Flyer finden Sie hier: Flyer interkult Schulung

Möchten Sie teilnehmen? Sie können uns gerne hier kontaktieren.