Newsletter Social Science Works August 2018


Hallo Follower von Social Science Works!

 

Wir waren in der letzten Zeit ziemlich beschäftigt, und folglich hatten wir nicht viel Zeit, Sie über das, was bei SSW vor sich ging, zu informieren. Mit diesem Newsletter hoffen wir etwas aufzuholen. Wir wollen Sie gerne über unsere aktuellen Projekte, unsere Fellows und Praktikanten informieren. Damit verbunden wollen wir auch über unsere Suche nach Fördermitteln für eine Beratungsplattform berichten. Zu guter Letzt geben wir einige Informationen über die stetig wachsende Leserschaft der Beiträge auf unserer Webseite, auf unserer Facebook-Seite und auf Twitter.

 

Projekte

In den Jahren 2017-18 haben wir drei Projekte umgesetzt: Deliberation in Brandenburg, Deliberation gegen Populismus und eine Multiplikatorenschulung für Freiwillige im Bereich Integration. Eine Übersicht finden Sie hier.

In dem Projekt Deliberation gegen Populismus organisierten wir zwei beratende Veranstaltungen mit deutschen, radikalisierenden Bürgern, die im Internet Sympathien für rechtspopulistische Standpunkte gezeigt hatten. Das Hauptziel des Projekts bestand darin, neue Wege zu finden, mit Bürgern in Kontakt zu treten, die sich als politisch entfremdet oder nicht repräsentiert sehen, und sie in den demokratischen Diskurs einzubeziehen. Wir haben über das Projekt in deutscher und englischer Sprache auf unserem Blog berichtet.

Für das Projekt Deliberation in Brandenburg haben wir 12 Workshop Reihen mit je sechs Sitzungen organisiert, in denen wir zusammen mit verschiedenen Gruppen von Flüchtlingen und Einheimischen die Ideen, Perspektiven und Werte diskutiert haben, die allgemein als konstruktiv für die europäische Kultur und Identität angesehen werden. Auch bei diesem Projekt haben wir auf Deutsch, Englisch und Niederländisch berichtet. In der näheren Zukunft werden wir noch mehr Artikel über unsere Erfahrungen veröffentlichen.

Sowie auch 2016 und 2017, haben wir auch dieses Jahr Workshops für Bürger, die in der Freiwilligen und Sozialarbeit tätig sind organisiert und durchgeführt. Dieses Mal waren wir in Brandenburg, Berlin, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen aktiv. In diesen Workshops veranschaulichten wir die Ideen und Methoden der Deliberation und erklärten, wie Themen wie z.B. Demokratie, Freiheit, Toleranz, Identität, Geschlechtergleichheit oder (homo-) Sexualität mit Bürgern anderer Kulturen diskutiert werden können.

Mehr Informationen zu diesen Multiplikatorenschulungen finden Sie hier.

In unserem nächsten Newsletter informieren wir Sie über die Projekte, die wir derzeit entwickeln und umsetzen.

 

Social Science Works ist gegen demokratische Wahlen

Leider wurde die Durchführung neuer Projekte durch die Bundestagswahlen in Deutschland, im Herbst 2017, etwas behindert. Wie wir schon aus der akademischen Literatur wissen, hören viele politische Entscheidungsträger meist schon ca. ein halbes Jahr vor Wahlen auf, Politik zu machen. Dies geschieht hauptsächlich, weil sie nicht wissen, wie die neue Regierung aussehen wird und weil sie nicht über ihr Grab regieren wollen. Die gleiche Inaktivität herrschte während der Koalitionsgespräche, die diesmal viel länger als üblich in Deutschland dauerten. Nach der Einführung einer neuen Regierung müssen noch die Haushalte der Abteilungen festgelegt werden und plötzlich ist es Juni. In der Zwischenzeit müssen zivilgesellschaftliche Organisationen wie wir ziemlich Kämpfen. Erst jetzt, mehr als ein Jahr später, werden vorläufige Entscheidungen über Projektanträge und Vorschläge getroffen. Es ist unklar, wie NGOs, die nicht strukturell finanziert sind, Wahlen in einer Demokratie überleben können. Private Stiftungen scheinen hier unverzichtbar zu sein.

 

Neue Fellows und Praktikant*innen

Jeanne Lenders

Philipp Bautz

Im letzten Jahr konnten wir wieder eine große Anzahl neuer Fellows und Praktikanten begrüßen. Derzeit haben wir 35 Fellows dies sich verschieden in unsere Arbeit einbringen. Kürzlich kamen unter anderem Abdulrahman Kadi, Begüm Selici, Daniel Meehan, Darine Atassi, Sylvia Joss und Alper Baysan dazu. Praktikant*innen waren/sind Patrick Sullivan, Alexandra Johansen, Paul Börsting, Florentin Münstermann, Jeanne Lenders und Philipp Bautz. Ihre Arbeit und ihr Engagement haben wesentlich zur Entwicklung von Social Science Works beigetragen, und dafür sind wir sehr dankbar.

Wir freuen uns über stetig neue Bewerbungen die bei uns Eintreffen, von Personen die an einem Praktikum interessiert sind oder sich in unseren Projekten engagieren möchten. Viele dieser Personen sind MA- und Doktoranden in Sozial- und Politikwissenschaft, Philosophie, Anthropologie oder Kulturwissenschaften. Sie kommen aus einer Vielzahl von Ländern: Deutschland, Türkei, Dänemark, USA, Italien, Russland, Griechenland, den Niederlanden, England, Spanien, Polen, Ungarn und Mazedonien.

Die Hauptmotivationen, die sie in ihren Bewerbungsschreiben erwähnen, sind dreifach: Vor allem sind sie zutiefst besorgt über die weitverbreitete Unzufriedenheit über Demokratien. Sie sind wie wir daran interessiert, neue Wege für eine sinnvollen Bürgerbeteiligung zu entwickeln und neue Strategien zur Stärkung bürgerschaftlicher und politischer Kompetenzen zu verbreiten. Sie teilen unsere Ziele, Integration und Bürgerbeteiligung zu fördern und Populismus und Radikalisierung entgegenzuwirken. Vor allem unsere Ideen und Projekte in der Deliberation ziehen sie an.

Des Weiteren fühlen sie sich von der allgemeinwissenschaftlichen Philosophie von Social Science Works angezogen und wollen so nicht nur durch Theoriebildung, sondern auch durch praktisches, nutzbares Wissen zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen. Sie wollen in Projekte eingebunden werden, die drängende gesellschaftliche Probleme abbauen und verfügbare interdisziplinäre Erkenntnisse aus den Sozial- und Politikwissenschaften nutzen.

Drittens glauben sie fest an die europäische Idee und die Werte, die dieser zugrunde liegen: Demokratie, Pluralismus, Freiheit, Respekt, Toleranz, Menschenrechte, Gleichberechtigung, Kosmopolitismus.

Leider können wir nicht alle diese hochinteressanten und hochmotivierten Nachwuchswissenschaftler bei SSW begrüßen: Zurzeit haben wir einfach nicht die Mittel und den Platz. Wenn diese Wissenschaftler jedoch eine Plattform erhalten könnten, würde dies die Entwicklung und den Austausch unseres Wissens über Zivilgesellschaft, Demokratie, politische Kompetenz und Deliberation fördern. Daher suchen wir nach Mitteln für eine “Europäische Plattform für Deliberation”. Irgendwelche Vorschläge? Bitte kontaktieren Sie uns. Wir wollen den Praktikanten eine Ausbildung in den Deliberationstheorien bieten und die Erfahrungen und Kenntnisse, die wir mit unseren deliberativen Projekten in Deutschland aufgebaut haben, teilen. Darüber hinaus wollen wir die Praktikanten in laufende Projekte einbinden und gemeinsam mit ihnen neue Projekte entwickeln.

 

Publikationen und Reichweite: Webseite, Facebook und Twitter

Forschung ist ein wichtiger Teil unserer Aktivitäten. Wir veröffentlichen diese auf unserer Webseite über hochwertige Blogs und Artikel. Alles, was wir veröffentlichen, wird von mindestens zwei anderen Wissenschaftlern*innen begutachtet. Auch viele unserer Fellows haben uns hier sehr unterstützt – wofür wir ihnen nochmals Danken.

Insgesamt hatte unsere Webseite die letzten 12 Monate fast 37.000 Besucher (und mehr als 92.000 Aufrufe). Ein durchschnittlicher Besucher schaut sich meist drei Seiten an.

Bis jetzt haben wir 52 Blogs und etwa ein Dutzend längerer Artikel und Berichte veröffentlicht. Der beliebteste Blog, den wir bisher veröffentlicht haben, ist “The Social dilemma of Berlin’s Booming Tourism Industry ” von Asaf Leshem (1467 Views). Andere populäre Blogs waren “What to do against clientelism, nepotism & corruption?“ Von Sergiu Buscaneanu (469 Views); “The wave: the rise of European Far-right populism” von Patrick Sullivan (311 Views); “Are there too many PhD’s” von Hans Blokland (255 Views); “Keeping social science relevant: society needs clear prose”  von Christian Kipp (245 Views), “Recruiting men to civil society projects: trials and tribulations from the front line” von Sarah Coughlan (185 Views); und “Deliberation against populism: reconnecting radicalizing citizens in East Germany and elsewhere ” von Hans Blokland (181 Views).

Die Anzahl der Aufrufe eines normalen Blogs oder Artikels, der auf unserer Webseite veröffentlicht wird, beträgt etwa 200. Da die durchschnittliche Leserschaft eines Artikels in einer wissenschaftlichen Zeitschrift 2 (zwei) beträgt, ist dies ein enormer Erfolg. Offensichtlich schaffen wir es, Artikel zu veröffentlichen, die gelesen werden wollen, und das nicht nur durch unseren engeren Kreis.

Die meisten unserer Leser leben in Deutschland (ca. 50%). Danach folgen die USA mit ca. 10%. Die Plätze dahinter belegen das Vereinigte Königreich (5%), die Niederlande (3%) und Frankreich (2%). Wir sind auch glücklich über unsere Leser*innen in vielen anderen Ländern, wie z.B. Russland, Japan, Spanien, Griechenland, den Philippinen, Italien, Brasilien, Südafrika, Kolumbien, Südkorea, Indonesien, Indien, Vietnam, Pakistan, Irak, Argentinien, Nigeria, Ghana und Äthiopien.

Viele Leute gelangen auf unsere Webseite über die Facebook-Seite von SSW. Auf Facebook haben wir derzeit 927 Follower. Beiträge auf Facebook erreichen durchschnittlich etwa 400 Personen, abhängig ist dies vor allem von der Anzahl der Shares und Likes. Die Anzahl der Beteiligungen (alle Klicks, Kommentare, Likes und Shares) ist unterschiedlich. Ein neuer Blogeintrag unserer Praktikantin Jeanne Lenders (Die Krise der Männlichkeit) hatte zum

Workshop in Jüterbog

Beispiel eine Beteiligung von 97, die hoch ist. Ein Post über unserem Workshop mit Flüchtlingen in Jüterbog hatte 69 Beteiligungen. Das faszinierende Bild, das diesen Beitrag begleitete, dürfte zu dieser Zahl beigetragen haben.

Die meisten unserer Facebook „Fans“ leben in Deutschland (385), den USA (70), Großbritannien (69), Indien (27) und Pakistan (20). Aber auch Menschen in Belgien, Frankreich, Polen, Türkei, Nigeria, Chile, Sierra Leone und Israel (2) folgen uns. 50% unserer Fans sind weiblich, 47% sind männlich und die übrigen 3% haben keine Angabe gemacht. Von den Personen, die Auskunft über ihr Alter gaben (etwa 50% unserer Fans), sind 60% zwischen 25 und 35 Jahre alt. Etwa 12% sind älter als 45.

Auf Twitter haben wir derzeit 1688 Follower. Überwiegend twittern wir, um auf neue Artikel und Projekte aufmerksam zu machen. Unserem Twitter Kanal folgen Institutionen wie Sociological Research Online, Sociology Journal, Policy Studies, European Policy Analysis, Urban Studies Foundation, Polis180, Das Progressive Zentrum, Correctiv, Stiftung Neue Verantwortung, International Social Science Council, London School of Economics, Citizens for Europe, Sage, Palgrave, the Independent Social Research Foundation (ISRF), the Council for European Studies (CES), and The International Network for Government Science Advice (INGSA).

 

Das war vorerst einmal Alles! Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!

 

Potsdam, August 2018

Hans Blokland